Kreuzthal / Wengen
Ein gläserner Traum zersprang

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Manche Daheimgebliebenen grübeln, was tun mit den Kindern in den Ferien? Wir geben Ihnen Tipps. Wie wär´s zum Beispiel mit einer Wanderung auf dem 20 Kilometer langen Glasmacherweg, der sich in mehreren Etappen erforschen lässt?

13 Glashütten gab es einst zwischen Unterkürnach und Wengen. Die erste ging 1654 in Unterkürnach in Betrieb, die letzte wurde 1898 in Schmidsfelden geschlossen. Diese Kulturgeschichte macht der Glasmacherweg wieder sichtbar. An 18 Erlebnisstationen können sich Wanderer und Mountainbiker über die Tradition der Glasmacherei in diesem entlegenen Winkel des Allgäus informieren. Mal wird Quarzstein gemahlen für die Glasherstellung, mal Holzkohle hergestellt. An anderen Stationen lassen sich Vögel beobachten oder ein Bach als Naturidylle erleben.

Im Gegensatz zu den übrigen Glashüttenstandorten in der Adelegg und in anderen Glasmacherlandschaften wie dem Schwarzwald, in denen die Gebäude zerfallen sind, hat sich in Schmidsfelden das Ensemble eines Glasmacherdorfes weitgehend erhalten. Es steht unter Denkmalschutz, Glasbläser und andere Künstler haben sich hier niedergelassen.

Das Herrenhaus mit dem barocken Dach überragt eine Zeile kleiner Arbeiter- und Wirtschaftsgebäude. Außerdem sind die Kapelle, die landwirtschaftlichen Gebäude, das Glasmagazin und das Verwaltungsgebäude noch vorhanden. Kernstück der Anlage ist die mächtige Glashütte. Das Museum zählt jährlich über 10000 Besucher. Faszinierend ist auch die landschaftliche Schönheit der Gegend mit Kreuzthal, Schwarzer Grat und Alpe Wenger Egg.

Glasbläser waren keine armen Schlucker. Mit 14 Jahren begann die Lehre am Glasofen, die vier Jahre dauerte. Sie kamen von weit her in die Adelegg. Mit dem Bau der Eisenbahnen zersprang der gläserne Traum, die Bevölkerung des Kreuzthals sank von 800 auf 300.

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