Missen-Wilhams
«Ein ghöriger Pfarrer» und Mann mutiger Entscheidungen

|wow| Der Geistliche Rat Rudolf Kieser, langjähriger Pfarrer in St. Martin (Missen), St. Oswald (Knottenried) und St. Blasius (Diepolz) ist nach kurzer, schwerer Erkrankung gestorben. Der Ehrenbürger von Missen-Wilhams wurde am 9. September 1928 in Lindau geboren und machte 1949 in Memmingen das Abitur. Schon als Schüler entschloss sich Kieser, Priester zu werden. Er studierte bis 1955 Philosophie und Theologie an der kirchlichen Hochschule in Dillingen. Am 22. Mai 1955 weihte ihn der Augsburger Bischof Dr. Joseph Freundorfer zum Priester; die Primiz feierte der Verstorbene am 5. Juni 1955 in seiner Heimatpfarrei St. Ludwig in Lindau.

Vielseitige Seelsorge

Fünf Jahre war der Geistliche als Kaplan in Seeg, Penzberg und Kaufbeuren-Neugablonz tätig, ehe ihm der Bischof am 4. Februar 1960 die Pfarrei St. Martin in Missen anvertraute. Schon Ende 1960 kamen die Pfarreien in Knottenried und Diepolz dazu. Der Pfarrer entfaltete neben reger Bautätigkeit in den Kirchen und Kapellen seines Sprengels sowie einer geschickten Finanzverwaltung schnell eine vielseitige, moderne Seelsorge. Die Umsetzung der Liturgiereform, vor allem die Einführung der deutschen Sprache und die moderne Gestaltung der Gottesdienste als Konsequenz des zweiten Vatikanischen Konzils, waren ihm sehr wichtig.

Zudem war Kieser ein Mann mutiger Entscheidungen, die nicht immer die Zustimmung seiner Vorgesetzten fanden. So ließ er als erster Pfarrer in Bayern Ministrantinnen zum Altardienst zu und führte Bußgottesdienste ein. Neben seiner Tätigkeit als Religionslehrer bürgte er 23 Jahre als Schuldekan für die Qualität des Religionsunterrichts.

Auch politisch engagiert

Und sein Wirken reichte über die kirchliche Gemeinde hinaus. Kieser übernahm die Trägerschaft des Missener Kindergartens St. Martin, setzte sich für die Gründung des Frauenbundes und der katholischen Landjugend ein. Daneben nahm er sich Zeit zu politischer Betätigung in Junger Union, CSU und dem Kreistag, dem er 18 Jahre angehörte. Dort sorgte er sich besonders um die Belange der Jugend und der Kultur.

«Ein ghöriger Pfarrer» sei Rudolf Kieser gewesen, sagte der frühere Dekan Martin Bummele 2005 beim Goldenen Priesterjubiläum. 1998 trat Kieser in den Ruhestand, unterstützte aber seinem Nachfolger, Pfarrer Toni Zech, bei der Arbeit in den sechs Pfarreien der neu gegründeten Pfarreiengemeinschaft. Seine zunehmenden Altersbeschwerden ignorierend, versah er seine seelsorglichen Aufgaben bis wenige Wochen vor seinem Tod.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019