Pfronten
Ein Gerät allein rettet niemanden

Auch in diesem Jahr war das Ostallgäuer Lawinensicherheitstraining für Skitouren- und Schneeschuhgeher in Pfronten ein voller Erfolg. «Es hat mir viel gebracht», sagte Kathrin Dorn aus Seeg. Seit einem Jahr geht sie auf Skitour und hat sich ein Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS) gekauft - wusste aber nicht, wie man es richtig einsetzt: «Es ist wichtig, dass man das von einem Profi gezeigt bekommt». Ehemann Anton nahm zum dritten Mal am Training teil: «Man muss sein Wissen regelmäßig auffrischen und immer wieder üben. Es macht keinen Sinn, wenn man im Ernstfall nicht weiß, wie man mit dem Gerät umgehen soll.»

Ortsnah und überschaubar

Bereits zum fünften Mal veranstalteten die Pfrontener Alpenvereinssektion, die Bergwacht Bayern, die Bergführervereinigung Altissimo und Schuh-Sport Trenkle in Zusammenarbeit mit der Firma Ortovox das erneut ausgebuchte Lawinen-Sicherheitstraining. «Wir liegen mit unserem Konzept richtig: ortsnahes Angebot, überschaubarer Teilnehmerkreis und Üben in kleinen Gruppen. Da kommt am meisten raus», freute sich Organisator Christoph Trenkle.

Trügerische Sicherheit

Bergführer Franz Kröll von der Firma Ortovox räumte mit einem Vorurteil auf: «Ich hänge mir ein LVS um und fühle mich sicher. Das ist ein Trugschluss. Es braucht lange, bis man damit umgehen kann und noch länger, wenn man es sich selbst beibringen will».

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Die Kameradenhilfe sei immer noch die effektivste Rettung, vorausgesetzt alle hätten die Notfallausrüstung dabei und könnten sie bedienen. «Bis die organisierte Rettung mit Bergwacht und Lawinenhund anläuft, vergeht viel Zeit. Im Ernstfall zählt jede Minute», so der Profi.

Wenn Schnee im Gebirge liegt, herrscht Lawinengefahr. Die Auslösewahrscheinlichkeit ist mal höher, mal geringer. Thomas Hafenmair, Bergführer und Tagesbeobachter des Lawinenwarndienstes, stellte den Lawinenlagebericht (LLB) vor. Messstationen, Früh- und Nachmittagsbeobachter, Schneemessfelder und Wetterdienste geben Beobachtungen und Messungen an die Lawinenwarnzentrale weiter, die den LLB erstellt. Den einzelnen Hang muss der Skitourengeher aber selbst beurteilen. Die meisten Unfälle ereigneten sich bei der Gefahrenstufe 3, viele auch im Übergangsbereich zwischen Gefahrenstufe 3 und 2.

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Schlechte Sicht erhöhe nicht die Gefahrenstufe, dennoch aber das Risiko, so der Experte.

Unter Anleitung von Kröll und Hafenmair und ihrer Bergführerkollegen Reiner Blöchl und Tho-mas Osterried, beide Pfronten, unterstützt von den Fachübungsleitern der Alpenvereinssektion Pfronten übten die 50 Teilnehmer, darunter einige Schneeschuhgeher die Verschüttetensuche mit LVS, Sonde und Schaufel.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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