Martinszell-Oberdorf
Ein freiwilliges Zehnerl für die Landwirte

Freiwillig zehn Cent mehr für ein Produkt bezahlen und damit die heimischen Landwirte unterstützen: das geht ab sofort im Bio-Laden «Ritterhof» in Martinszell-Oberdorf (Oberallgäu). Die Aktion nennt sich «Allgäuer Milchgeld» und soll nicht nur eine kleine finanzielle Hilfe für die Bauern sein, sondern auch eine moralische Aufmunterung, in diesen für die Landwirtschaft nicht rosigen Zeiten durchzuhalten.

Und so funktioniert die Aktion: Wer zum Beispiel ein Glas Joghurt kauft, kann an der Kasse einen Aufkleber draufpappen und zehn Cent in eine leere Milchkanne werfen. Inhaberin Susanne Felkner oder eine ihrer Mitarbeiterinnen werden dann pro Aufkleber ebenfalls zehn Cent in die Milchkanne schmeißen. Damit das alles von Anfang an sauber registriert wird, hat Susanne Felkners Mann Thomas ein Zählwerk auf der Milchkanne installiert. Somit wird jede Münze, die durch den Schlitz gesteckt wird, mit ihrem Geldwert erfasst.

Dorfhelferinnen verteilen Geld

Was in den nächsten Wochen und Monaten an «Allgäuer Milchgeld» im «Ritterhof» zusammenkommt, werden die Felkners der Dorfhelferinnen-Station Allgäu übergeben. Diese Organisation verteilt dann das «Milchgeld» an die Bauern, die es am nötigsten haben. «Wir kommen ja regelmäßig in die Höfe rein und wissen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird», sagt Cordula Schneider, die Leiterin der Dorfhelferinnen-Station.

Die Aktion «Allgäuer Milchgeld» ist nicht nur auf Milch und Milchprodukte beschränkt. «Wer möchte, kann so einen Aufkleber natürlich auch auf eine Gurke oder ein Glas Wein draufmachen», erläutert Susanne Felkner.

Die Idee, mit dem zusätzlichen Zehnerl etwas für die Milchbauern zu tun, ist Michael Felkner schon länger durch den Kopf gegangen. Denn die Bauern im Allgäu sind wie in kaum einer anderen Region Deutschlands auf ein Einkommen aus der Milchproduktion angewiesen - haben sie doch so gut wie keine Möglichkeit, auf Ackerbau umzusteigen. «Die Bauern bei uns sind aufs Milchgeld angewiesen. Nur so können sie auch die Kulturlandschaft im Allgäu erhalten», ist sich Felkner sicher.

Im Herbst wird der «Ritterhof» zehn Jahre alt. Dann wollen die Felkners Zwischenbilanz ziehen und schauen, wie viel Geld aus der Aktion Milchgeld zusammengekommen ist.

Einen Haufen Münzen geholt

Dass ihnen selbst wegen der Aktion das Kleingeld ausgeht, können sich die Felkners nicht vorstellen: «Ich habe gerade von der Bank einen Haufen Zehn-Cent-Münzen geholt», schmunzelt Susanne Felkner.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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