Ein Frankenrieder Urgestein

Mauerstetten | kfr | Das Interesse für Politik kam bei Wilhelm Reiß gewissermaßen über die Beschäftigung mit der Vergangenheit. 'Als ich im Jahr 2001 den Großteil der Chronik von Frankenried schrieb, dachte ich mir, dass es interessant wäre, die Geschicke von Mauerstetten als Bürgermeister zu begleiten', erinnert sich der Frankenrieder, dessen Mutter eine Sudetendeutsche war. Aber noch eine weitere Begebenheit gab den Ausschlag für die Bewerbung: 'Der scheidende Bürgermeister Alexander Müller sagte in einer Gemeinderatssitzung, dass dies der schönste Beruf der Welt sei. Da wollte ich wissen, ob das wahr ist', so der 59-Jährige, der seine Familiengeschichte ziemlich weit zurückverfolgen kann: 1865 wanderte ein Vorfahr mit Namen Reiß von Krumbach nach Frankenried ein.

Als gesellig und kreativ beschreibt sich Reiß. Letzteres sei eine gute Voraussetzung für das Amt des Bürgermeisters, 'da man mit Kreativität viele Dinge neu und offen angehen kann.' Um auch in den anderen Ortsteilen der Gemeinde bekannter zu werden, zog Wilhelm Reiß in Mauerstetten, Steinholz und Hausen von Haus zu Haus. Dabei verteilte er Karten mit seinem Konterfei und sprach mit den Leuten über seine Ziele.

Besonders für Kultur und Bildung wolle er sich einsetzen. Damit solle man schon bei den ganz Kleinen anfangen. 'Ich könnte mir vorstellen, als Bürgermeister in den Kindergarten zu gehen, um dort etwas vorzulesen', sagt der gelernte Betonbauer. Daneben sei ihm die Bewahrung von Altem wichtig, 'das macht ein Dorf unverwechselbar.' Trotzdem sei er ein Befürworter des geplanten Rathausneubaus.

Reiß wünscht sich zudem einen Radweg, der von Mauerstetten nach Steinholz führt, und eine attraktiv gestaltete Dorfmitte. 'Und beim Mobilfunk sollten sich die Masten auf einen Standort konzentrieren.' Von der Geothermie erwartet er sich sehr viel. 'Das könnte ein Bombengeschäft werden. Die Erdwärme wird für Mauerstetten viel Neues bringen, von dem wir jetzt noch gar nichts ahnen', meint der Bürgermeisterkandidat.

In der Freizeit fährt er gern Rad, geht Bergwandern, kocht - 'recht gut sogar und besonders gern vegetarisch'. Seine große Schwäche: 'Ich esse unheimlich gern Süßigkeiten. Vor allem Granatsplitter.'

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