Allgäu
Ein Fall für Kommissarin Brunelli

Diese Ratten sehen richtig süß aus. Es mögen um die 20 kleinen Nager sein, die im Marianum in Buxheim an diesem Nachmittag über die Bühne huschen. Probentermin beim Musical «Ein bisschen Mord?kann sein!» Und spätestens jetzt dürfte klar sein: Das Marianum hat kein Problem mit ungebetenen Kleintieren. Bei diesen Ratten handelt es sich um Buben und Mädchen mit Begeisterung fürs Theaterspiel. Gerade in Zeiten, in denen Meldungen von Übergriffen gewalttätiger Jugendlicher in Bayern nicht enden wollen, setzt das Projekt, das sie hier in Buxheim auf die Beine gestellt haben, ein bemerkenswertes Ausrufezeichen.

Über ein halbes Jahr lang tüftelten Kinder und Jugendliche an einem Kriminal-Musical, das am Samstag im Theatersaal des Marianums Premiere feiert. Viele Monate haben die Buben und Mädchen Ideen gesucht (und gefunden), geprobt, auswendig gelernt, gesungen. Im Kreise der Gemeinschaft wurden Konzepte erarbeitet, Kompromisse geschlossen, Lösungen für Probleme gesucht.

«Mit welcher Begeisterung die Kinder und Jugendlichen bei der Sache waren», sagt Maria Martin, «ist einfach toll.» Die 47-Jährige zeichnet für die Gesamtleitung verantwortlich, die Texte für dieses Musical schrieb Tino Brückner.

Wenn sie an diesem Nachmittag ein bisschen was über das Krimi-Musical erzählen und verraten soll, dann landet sie immer wieder bei dieser Feststellung: «Das ist zu einem großen Teil die Arbeit der Buben und Mädchen.» Natürlich haben sich Tino Brückner und sie ebenfalls reingekniet in das Projekt und auch Mitglieder des Studiengangs Elementare Musikpädagogik (EMP) der Uni Augsburg unter Leitung von Andrea Friedhofen als musikalische Unterstützung mit ins Boot geholt. Aber ohne die Bereitschaft und Kreativität der kleinen Darsteller, betont Maria Martin, wäre das Ergebnis so nicht möglich gewesen.

Auf Sinn und Zweck solcher Mammutarbeit kommt man im Laufe des Gesprächs, und wenn Maria Martin die verschiedenen Schritte auf dem Weg zur Premiere Revue passieren lässt, weiß sie: «Die Kinder wurden nicht einfach mit einer fertigen Geschichte bedient, sondern mussten selbst aktiv werden. Sie haben Auswege aus Sackgassen suchen und sie haben Kompromisse schließen müssen.»

Das ist wie Schule fürs Leben. Und zudem gekoppelt mit einem Ergebnis, das dem Publikum präsentiert werden kann. Am Samstag um 17 Uhr ist es so weit. Dann öffnet sich im Theatersaal des Marianums der Vorhang und Kommissarin Brunelli steht vor einem besonders heiklen Fall: Eine vermeintliche Leiche ist geklaut worden. Auf der Suche nach ihr stehen unter anderem die anfangs erwähnten Ratten hilfreich zur Seite. Also jene Nager, die in diesem Fall wirklich süß aussehen.

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