Energieteam
Ein Energiemanager für die Stadt Lindenberg?

Die Stadt überlegt - möglichst gemeinsam mit benachbarten Gemeinden - einen Energiemanager zu beschäftigen. Die Stelle ist Teil eines Aktivitätenprogrammes, das Dr. Hans-Jörg Barth vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza) im Stadtrat vorgestellt hat. Der Fachmann erläuterte das Klimaschutzkonzept, das ein Energieteam erarbeitet hat. Eine wichtige Erkentnis: Erneuerbare Energien könnten in Lindenberg noch sehr viel stärker genutzt werden.

Fast ein Jahr lang hat das Energieteam Zahlen und Fakten zusammengetragen und entsprechende Maßnahmen in Sachen Klimaschutz entwickelt. Auf 130 Seiten sind die Ergebnisse zusammengefasst.

Demnach gibt es in der Stadt noch viele Möglichkeiten Energie zu sparen. 32,7 Prozent wären technisch möglich, freilich ohne Rücksicht darauf, ob die nötigen Maßnahmen wirtschaftlich sind oder nicht. Die größten Möglichkeiten gibt es laut Dr. Barth im Bereich der Gebäudesanierungen, gefolgt vom Verkehr. Immerhin: Im Jahr 2020 könnten sich Bürger und Unternehmen 11,5 Millionen Euro sparen, wenn Sparmaßnahmen konsequent umgesetzt würden. Die Zahl, so Barth, sei «konservativ gerechnet.

Erheblich ausgebaut werden könnte in Lindenberg die Nutzung erneuerbarer Energien. Bislang werde nur 8,2 Prozent des gesamten Potentials genutzt, so Barth. Möglichkeiten bietet vor allem die Sonne - für die Gewinnung von Solarstrom oder die Bereitung von Warmwasser. Denkbar wäre in Lindenberg auch die Nutzung der Windkraft. Zwei Standorte hält Bart aus technischen Gründen für denkbar. «Ob es verfolgenswert ist, ist ein ganz anderes Thema, so der Fachmann mit Blick auf die Diskussionen um Windräder im Allgäu.

Doch selbst wenn alle Möglichkeiten genutzt würden: Lindenberg wird auf absehbare Zeit nicht so viel Energie erzeugen können, wie in der Stadt verbraucht wird, also nicht energieautark werden.

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen die vergleichsweise kleine Gemarkung, die der Nutzung erneuerbarer Energieen Grenzen setzt, zum anderen die starke Stellung der Industrie, die viel Energie benötigt.

Obwohl die Stadt mit ihren Gebäuden selber vergleichsweise wenig Energie verbraucht, sieht Barth sie in Sachen Klimaschutz besonders gefordert. «Sie müssen ein Beispiel geben und den Bürger motivieren». Deshalb sollte bei städtischen Neubauten Passivhausstandard selbstverständlich sein, erstrebenswert hält Barth das auch bei Sanierungen.

Das Energieteam schlägt ein breit angelegtes Aktivitätenprogramm vor. Ein Teil davon ist die Stelle eines Energiemanagers. Bei ihm sollen die Fäden in Sachen Klimaschutz zusammenlaufen, zudem soll er Unternehmen und Bürger beraten. Die Stelle würde mit 65 Prozent der Kosten bezuschusst. Zudem rät Barth der Stadt, am European Energy Award teilzunehmen. Dann würde ständig kritisch hinterfragt, ob Fortschritte in Sachen Klimaschutz gemacht werden.

Nächster Schritt des Stadtrates wird es sein, das Konzept samt Aktivitätenprogramm zu verabschieden und damit auch über einen Energiemanager zu beschließen. Das Konzept soll Basis für die Arbeit der kommenden Jahre sein. Einigen Stadträten geht es derweil in Sachen Klimaschutz zu langsam voran. «Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, so Anton Wiedemann, der seit Jahren auf Möglichkeiten hinweist, was die Stadt in Sachen Klimaschutz tun könnte.

Er hätte wie andere Räte auch, gern sofort den Beschluss gefasst, einen Klimaschutzmanager zu beschäftigen, um bereits heuer in den Genuss einer staatlichen Förderung zu kommen. Die Diskussion darüber blieb fruchtlos, weil ein entsprechender Beschluss nichtig gewesen wäre, wie Hauptamtsleiter Roland Kappel erklärte. Grund: Die Schaffung einer entsprechenden Stelle stand nicht auf der Tagesordnung.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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