Obergünzburg
Ein Brückenbauer geht

Wenn schon Abschied, dann aber richtig. Das dachten sich die Obergünzburger und bereiteten Pfarrer Johannes Huber ein rührendes Fest. Auch Pfarrer Abraham wurde respektvoll verabschiedet. In Scharen strömten etwa 1000 Gläubige in die Kirche zum Abschlussgottesdienst, den Huber mit seinen Mitbrüdern Abraham Vanchipura, Georg Albrecht und Günter Weber zelebrierte. Unterstützt wurden sie von 40 Ministranten. Fahnenabordnungen der Vereine zeigten die Verbundenheit der Ortsbewohner mit ihrer Kirche. Die vielen Vertreter der evangelischen Kirche sprachen für eine vitale Ökumene. Auch in der Musik spiegelte sich die Vielfalt der lebendigen Pfarrgemeinde wider.

In seiner Abschluss-Predigt bat Huber, seine Vision von einer perfekten katholischen Gemeinde weiter zu tragen: Die Lebensfreude müsse miteinander geteilt werden: «Ich wünsche mir, dass Sie das hier weiter erleben dürfen - und ich in Igling auch!» Manch ein Kirchenbesucher hatte Tränen in den Augen, als Pfarrer Huber den Segen sprach.

Danach ging es in den Hirschsaal, wo die Plätze gerade ausreichten. Auch wenn Kolpingvorstand Thomas Jäckle «versehentlich» die «Trauergemeinde» begrüßte, war die Stimmung doch noch mehr von Dankbarkeit getragen. Kirchenpfleger Hermann Knauer übernahm humorvoll die Programmregie.

«Spitze, dass du da warst», sang der Kinderchor herzhaft. Die Ministranten bedankten sich mit einem Album. Erna Mödl lobte - als Pfarrgemeinderats-Vorsitzende in Vertretung für alle kirchlichen Gruppierungen - die «innigen, lebendigen Gottesdienste» und überreichte im Namen der Obergünzburger Vereine einen Laptop. Von der Kirchenverwaltung erhielt Huber das Ehrenkreuz, das aus 500 Jahre altem Glas aus dem Kirchenfenster der Pfarrkirche gefertigt ist. Pfarrer Abraham dankte den Pfarrern Huber, Albrecht und Maier für ihre Unterstützung und verabschiedete sich von der Pfarrei. Er wird im Herbst die Pfarrgemeinde Velden übernehmen. Pfarrer Albrecht würdigte seinen Mitbruder Huber als «super Liturgen», der stets eine Frohe Botschaft verkündete.

«Ein wichtiger Spielführer»

Für Melanie Spahn (Jung) war Huber «stets ein wichtiger Spielführer, bei dem alle mitspielen durften», Thomas Jäckle (Kolping) tröstete sich über den Weggang damit, dass auch Augsburg Entwicklungshilfe brauche. Einen Sketch (Dialog im Himmel) hatten sich Pfarrer Friedrich Martin und Stefan Sörgel überlegt. Sie unterstrichen die hohe Wertschätzung, die Huber bei allen und auch in der evangelischen Gemeinde genoss und rühmten ihn als einen großen Brückenbauer.

Der stellvertretende Bürgermeister Herbert Heisler zollte höchsten Respekt für das Geleistete, Bürgermeister Lars Leveringhaus ließ brieflich danken für eine «starke, lebendige katholische Kirche, die auch den Zusammenhalt am Ort sichert.» Landtagsabgeordnete Angelika Schorer lobte Hubers Begeisterungsfähigkeit und sein «Vorbild für die Jugend».

Landrat Johann Fleschhut dankte für die exzellente Betreuung der Einrichtungen des Landkreises und hob das ökumenische Miteinander hervor. Werner Hofmann vom Förderverein Krankenhaus erinnerte dankbar an den Februar 2005, als Pfarrer Huber die Lichterkette für den Erhalt des Krankenhauses mitorganisiert hatte.

Die Schulleiter Bernhard Marz (Hauptschule) und Hermann Wiedemann (Realschule) zeigten sich dankbar für Hubers natürliche Herzlichkeit und pädagogisches Geschick. Stellvertretend für alle Schüler zitierte Religionspädagoge Franz Bartl einen Schülerbeitrag: «Wenn du gehst, bin ich echt traurig! Du bist der beste Pfarrer der Welt!»

Musikalischer Dank

Weitere Gäste drückten ihre Botschaft musikalisch aus: Jugendblasorchester und Saxofonquartett, Kirchenchor, LiederPlus und die Highlights, die Hubert kurzerhand zum Ehrenmitglied ernannten. Vom Liederkranz erhielt Pfarrer Huber einen Jodler, der Trachtenverein legte einen Schuhplattler aufs Parkett. «Nehmt Abschied Brüder!» sangen am Schluss ergriffen alle 500 Gäste gemeinsam.

Sichtlich gerührt nahm Pfarrer Huber die Ehrungen entgegen. Knisternde Spannung, als er sich abschließend bei allen für so viel tolle Zusammenarbeit bedankte. «Wir geben nichts gerne her, was wir lieben», sagte er, «ich habe diesen Augenblick gefürchtet! In Obergünzburg sind viele Talente wirksam, es ist eine lebendige Pfarrgemeinde. Ich werde es nie vergessen!»

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