Memmingen
Ein Blick zurück in Zeiten der Krise

Das Wort Krise ist in aller Munde. So wird es für viele auch kein Grund für Luftsprünge sein, dass die Arbeitslosenquote im Memminger Wirtschaftsraum im September um 0,1 auf 4,3 Prozent gesunken ist. Schließlich lag die Quote vor einem Jahr noch bei 2,5 Prozent. Blickt man allerdings ein paar Jahre zurück, fällt auf, dass ein Wert von 4,3 Prozent gar nicht so schlecht ist.

Beim folgenden Rückblick darf freilich nicht vergessen werden, dass ein noch größerer Anstieg der Arbeitslosenzahlen heuer vor allem durch das Instrument der Kurzarbeit vermieden wurde. Schließlich ist die Zahl der Kurzarbeiter nach Angaben der Memminger Arbeitsagentur derzeit so hoch wie nie. Unternehmen in Memmingen und dem Unterallgäu haben Kurzarbeit für 10700 Arbeitskräfte angemeldet. Tatsächlich kurz arbeiten werden davon aber nur die Hälfte, schätzt Agentur-Sprecher Reinhold Huber.

Ruft man sich nun die Jahre 2002 und 2003 in Erinnerung, kommt einem das Schlagwort «konjunkturelle Probleme» in den Sinn. Damals stieg die Arbeitslosenquote in Memmingen von durchschnittlich 5,1 im Jahr 2002 auf 5,8 Prozent in 2003. Auch 2004 lag die Quote im Schnitt bei 5,8 Prozent. Ab 2005 tauchten durch die Hartz-IV-Gesetze auch ehemalige Sozialhilfeempfänger in der Arbeitslosenstatistik auf.

Somit lag die Quote in diesem Jahr durchschnittlich bei 6,3 Prozent. «Ein Jahr später sprach man aber bereits vom Aufschwung», erinnert sich Huber - obwohl die Arbeitslosenquote 2006 im Schnitt noch 5,2 Prozent betrug. Dann erst kamen die wirklich fetten Jahre: 2007 sank die Quote auf 3,5 und 2008 gar auf 2,6 Prozent. Gleichzeitig wurden viele neue Jobs geschaffen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in Memmingen stieg laut Huber um rund 4000 auf 44000: «Das war das beste Jahr seit Anfang der 1990 Jahre.»

«Hohe Dynamik»

Aktuell zeichnet sich der Arbeitsmarkt laut Agenturleiter Peter Rasmussen durch eine «hohe Dynamik» aus. Insgesamt endete für 838 Männer und Frauen in Memmingen die Zeit ohne Beschäftigung. Das war die mit Abstand höchste Zahl der vergangenen Monate. Gleichzeitig meldeten sich im September aber auch 823 Personen neu arbeitslos.

Altenpfleger gesucht

Gesucht waren im September besonders qualifizierte Fachkräfte für die mobile Altenpflege und in Arztpraxen. Ebenso wurden Stellen für Erzieher und Kinderpfleger angeboten. Der Baubereich suchte Tischler, Zimmerer und Elektroinstallateure.

Im Landkreis Unterallgäu sank die Arbeitslosenquote im September übrigens um 0,1 auf 3,2 Prozent.

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