Westendorf
Ein bisschen zu viel gewollt

Der erste internationale Auftritt von Riesentalent Chris Kraemer vom TSV Westendorf war trotz gebrochenem linken Mittelhandknochen gelungen. Bei der Kadetten-Europameisterschaft in Bosnien-Herzegowina wurde er Achter.

In Sarajewo kämpfte der Realschüler in der stark besetzten 42-kg-Klasse im griechisch-römischen Stil. Nach der Verteidigung seines deutschen Meistertitels zu Beginn des Jahres kam er in das Blickfeld von Nachwuchsbundestrainer Jannis Zamanduridis. Doch die Qualifikation für die EM in Bosnien-Herzogowina war ein hartes Stück Arbeit für den 14-Jährigen. Viele Lehrgänge der Nationalmannschaft und einige internationale Turniere musste der Lengenfelder bestreiten, um nominiert zu werden. «Das letzte Turnier in Polen war ausschlaggebend. Hier hat Chris sein gesamtes Potenzial abgerufen und wurde verdient Erster», sagte TSV-Chefcoach Bernhard Hofmann.

Die darauf folgenden Wochen waren von der Reduzierung des Gewichtes auf das geforderte Limit gekennzeichnet. Bei einem Normalgewicht von 47 Kilogramm musste Kraemer knapp fünf Kilo abtrainieren. Dazu kam, dass er sich beim Vorbereitungslehrgang in Aschaffenburg drei Wochen vor dem Turnier bei einem Trainingskampf den linken Mittelhandknochen brach. Somit stand der Start bei der EM in Sarajewo auf der Kippe, doch der TSV-Athlet biss die Zähne zusammen und trat die Reise mit dem Nationalteam an.

Das Wiegen war einen Tag vor den Wettkämpfen, was den Sportlern zugute kommt, da sie sich vom «Abkochen» erholen können. Kraemer ging am darauf folgenden Tag optimal eingestellt und motiviert gegen den Ungarn Ferenc Santa ans Werk.

Zur Freude des Bundestrainers und des gesamten deutschen Teams landete der Westendorfer einen Schultersieg und stand somit im Viertelfinale gegen Yoto Hristov aus Bulgarien. Nach einem fulminanten Start ging Kraemer mit 4:0 in der ersten Runde in Führung, doch dann riskierte er zu viel: Durch einen Armzug wollte er die Kampfrunde vorzeitig beenden, doch geriet ins Hintertreffen und ging selbst auf die Schultern. Da der Bulgare im darauf folgenden Halbfinale knapp den Kürzeren zog, war das Turnier für Chris Kraemer beendet.

Letztlich erreichte er bei seinem ersten großen internationalen Auftritt Rang acht, was Bundestrainer Zamanduridis zufriedenstellte, da er mit dem Westendorfer einen neuen hoffnungsvollen Perspektivringer in seinen Reihen hat, der auch noch nächstes Jahr bei den Kadetten starten wird. (mgr)

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