Kempten
Ein Beruf, der Job und Familie vereint: Tagesmutter

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2008 verabschiedete der Bundestag das Kinderförderungsgesetz. Danach soll das Angebot an Betreuungsplätzen für Kleinkinder bis 2013 auf ein Drittel der Anzahl der Kinder unter drei Jahren ausgebaut werden. Um diesem Ziel näher zu kommen, bildet die Stadt jährlich Tagesmütter aus. Bisher boten 28 Tagesmütter 68 Betreuungsplätze an. Erweitert wird das Angebot nun um acht frisch qualifizierte junge Frauen, die weitere 14 Plätze bereitstellen.

Die Ausbildung zur Tagesmutter ist ein kostenloses Angebot des Jugendamts. In 100 Stunden beschäftigen sich die Kursteilnehmer mit der Entwicklung von Kindern. Sie setzen sich mit Aufgaben, Rechten und Pflichten einer Tagesmutter, mit Kinderrechten und dem Wohl von Kindern auseinander.

«Im Grunde genommen kann jeder das Angebot wahrnehmen und sich zum Tagespfleger qualifizieren», sagt Kursleiter Robert Pakleppa. Das Jugendamt überprüfe die familiäre und finanzielle Stabilität der Anwärter. Rechtliche Rahmenbedingungen wie ausreichend Platz in der Wohnung oder ein eintragungsfreies Strafregister müssten ebenfalls erfüllt sein.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des über mehrere Wochen gehenden Kurses und Erfüllung aller geforderten Rahmenbedingungen bekommen die Teilnehmer eine Pflegeerlaubnis und damit das Recht, ein bis maximal fünf Tageskinder aufzunehmen.

«Tagesmutter oder -vater werden hier ganz unterschiedliche Menschen. Tendenziell sind es jedoch oft Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, die selbst kleine Kinder haben», erklärt Pakleppa. Daniela Häbler etwa nimmt bereits seit drei Jahren Tageskinder auf: «Ich schätze es sehr, dass ich als Tagesmutter meine Familie und meinen Beruf so gut miteinander vereinbaren und dass ich zu Hause arbeiten kann.»

Zwei Euro pro Stunde

Das größte Manko am «Traumberuf Tagesmutter», da sind sich die Frauen, die Ausbilder und auch die Zuständigen des Jugendamts einig, sei die Bezahlung: Für fünf mal acht Stunden Betreuung pro Woche beläuft sich die Vergütung monatlich auf 488 Euro. 100 Euro davon zahlen die Eltern, den Rest zahlt das Jugendamt. Kursleiter Pakleppa ist überzeugt: «Die treibende Kraft einer Tagesmutter ist nicht das Geld, sondern die Motivation, Familien in ihren Lebenssituationen zu unterstützen.» Ein Problem sei jedoch, dass einerseits ein immer höheres Niveau an Professionalität gefordert werde, andererseits dafür aber deutlich zu wenig Geld geboten werde.

«Als Tagesmutter muss man schon eine gewisse soziale Einstellung haben, denn trotz der großen Verantwortung, die wir tragen, verdienen wir ja kaum etwas», meint Daniela Häbler.

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