Ehrenamtskarte: Im Herbst erstmals Ausgabe von 500 Wertkarten an engagierte Ostallgäuer

Nicht nur bei Grußworten will der Landkreis Ostallgäu den Ehrenamtlichen Danke sagen. Dies stellte Landrat Johann Fleschhut vor dem Kreistag heraus. Als konkreten Anreiz für die engagierten Ostallgäuer billigte das Gremium einstimmig das Konzept der Ehrenamtskarte.

Alle zwei Jahre sollen künftig 500 verdiente Bürger diese Wertkarte erhalten, die freien Eintritt in Bädern und Bergbahnen, Museen und Freizeiteinrichtungen beschert. Damit will sich der Landkreis auch von der bayerischen Ehrenamtskarte abheben, die oft nur geringe Rabatte bietet.

Seit Jahren sei das Ehrenamt ein zentrales Thema im Ostallgäu, sagte Fleschhut. So habe die Kreisbehörde eine Servicestelle für Ehrenamtliche eingerichtet ('Ehren-Amt'), biete gemeinsam mit den Volkshochschulen Fortbildungen und habe ein Ehrenamtsportal im Internet initiiert.

Dieses Vorgehen sei in 'Ehren-Runden' eng mit den engagierten Bürgern abgestimmt worden.

Lange habe auch das Ostallgäu überlegt, die bayerische Ehrenamtskarte zu unterstützen, die es in rund 35 Landkreisen gibt. Letztlich entschied sich der Kreistag für ein eigenes Angebot, das echte Werte enthalte.

Denn es sei etwas anderes, ob der Karteninhaber einen Euro günstiger über einen See fährt, oder ob er zu einer kostenlosen Schifffahrt eingeladen wird. Als Basis für die Karte im Ostallgäu dient die im Tourismus eingeführte Königscard.

Sie ermöglicht es, dass außerhalb der Königscard-Gemeinden Angebote im Norden oder im Günztal aufgebucht werden können.

Wer die Karte erhält, bestimmen die Ostallgäuer Gemeinden. Jede Kommune bis 3000 Einwohner bekommt acht Karten, bis 5000 Einwohner gibt es zwölf Karten, bis 10 000 sind es 15 und für die größeren Städte je 25.

50 Karten vergibt der Landkreis an überörtlich im Ehrenamt tätige Bürger. Die Verleihung ist für 28. Oktober in Marktoberdorf geplant. Die Kosten für die Karte liegen bei 10 000 Euro jährlich, hinzu kommen 6000 Euro für die Erstausgabe. Das sei 'überschaubar', meinte Fleschhut mit Blick darauf, 'was dadurch bewegt wird'.

Zudem hofft er, die Kosten für die Kreiskasse durch Sponsoren verringern zu können. Mehrfach betonte Fleschhut, dass besonders junge Ehrenamtliche eine Chance auf die Karte bekommen sollen.

In der Diskussion waren sich die Kreisräte im Lob für die Karte einig. Alfred Wölfle betonte, dass dies den Vorstellungen der CSU entspreche, die sich einen attraktiven Ausbau des Ehrenamtspasses gewünscht habe.

Hubert Endhardt (Grüne) merkte an, dass die Verteilung ungerecht wirken könne, wenn in Osterzell acht Karten auf 644 Einwohner kommen, in Seeg aber acht auf 2804 Bürger. An die Gemeinden appellierte er, die Vergaben nicht nach starrem Raster vorzunehmen.

Pläne für 'Bürgercard' – neben Gäste- und Ehrenamtskarte

Brigitte Schröder (FW) traut es den Gemeinden hingegen zu, die Karten gerecht zu verteilen und auch junge Menschen zu bedenken. Wolfgang Hannig (SPD) dankte den beteiligten Gemeinden.

Auf Nachfrage von Rudolf Leinweber (FDP) erklärte Fleschhut, dass man den Ehrenamtspass habe auslaufen lassen, da er 'nicht gegriffen' habe. Fleschhut sagte, dass neben der Königscard für Gäste und der Ehrenamtskarte für Engagierte als dritte Stufe eine Bürgerkarte für alle in Planung sei.

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