Fördermittel
Eggenthal: Staatsministerium gibt Startschuss für Hochwasserschutz

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«Alles fließt», meinte schon der griechische Philosoph Heraklid. Nach langen Diskussionen in Eggenthal, über die es mal große, mal kleine Aufregung gab, ist der Bewilligungsbescheid für die anstehenden Hochwasserschutzarbeiten eingetroffen. Die Staatssekretärin im bayerischen Umweltministerium, Melanie Huml, übergab persönlich die Förderzusage über die Summe von 1,25 Millionen Euro an der geplanten Stelle des Bauwerks.

«Es freut mich, dass sie den Weg zu uns nach Eggenthal an das westliche Ende des Ostallgäus gefunden haben», meinte Bürgermeister Harald Polzer. Denn der Hochwasserschutzdamm soll auch westlich des Hauptortes der Gemeinde auf 240 Meter Länge das Röhrwanger Tal überspannen (siehe Infokasten). Das sei aber notwendig, wie die Hochwasser 2000, 2003 2004 und 2005 gezeigt hätten. Zudem sei durch den Klimawandel zumindest keine Besserung in Sicht, fuhr der Bürgermeister fort. Er verwies aber auch auf die Diskussionen im Ort: Zwar habe es eine Unterschiftenliste für das Bauwerk gegeben, aber auch Stimmen dagegen. Die Größe sei aber vorgegeben, um einem Hundertjährigen Hochwasser begegnen zu können.

Dabei seien auch die Belange der Landwirtschaft mit einem Trockenbecken und der Ökologie mit der Durchlässigkeit des Dammes berücksichtigt worden, meinte Architekt Klaus Bäumler. Zumal auch dem Schutz der Umwelt Rechnung getragen wurde, so Landschaftsplaner Toni Immler.

Das war auch der Staatssekretärin wichtig: Der Freistaat habe nach dem Pfingsthochwasser 1999 reagiert und ein Programm zum Hochwasserschutz aufgelegt, bei dem die Gefahr durch natürlichen Rückhalt, Vorsorge oder technische Bauten gebannt oder kanalisiert werden soll. Denn nicht nur große Gewässer sorgten für Unruhe: «Auch kleine und kleinste Gewässer können durch Starkniederschläge plötzlich zu reißenden Flüssen werden», so Huml.

Da aber der Mühlbach in Eggenthal nicht mehr ausgebaut werden könne - das geschah nämlich schon in den 60er Jahren - wurde ein Hochwasserrückhaltebecken mit dem entsprechenden Damm als «beste Lösung» anerkannt. Die Übergabe des Bewilligungsbescheids von Huml an Polzer sahen auch Nachbargemeinden und Behörden mit Erleichterung, die bei dem Ortstermin mit Gudrun Hummel, Leiterin der Bauabteilung im Landratsamt, Wasserwirtschaftsamtsleiter Karl Schindele sowie Friesenrieds Bürgermeister Wolfgang Gerum und dem Zweiten Bürgermeister von Baisweil, Helmut Unglert, vertreten waren.

Während die Behörden den Vorgaben nachkommen, sehen die Nachbarkommunen den Bau als Beitrag zum Gesamtkonzept für das Mühlbachtal: In Salenwang entstand ein Damm, in Blöcktach und Baisweil laufen die Planungen. «Mit der Förderzusage kann die Ausführung am Röhrwanger Mühlbach beginnen», gab Huml den Startschuss in Eggenthal.

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