Buchloe / Igling
«Echten Bezug zum Produkt»

Es regnet in Strömen. Werner Albrecht schaut gen Himmel und lacht. «Das ist genau das, was ich jetzt brauche.» Werner Albrecht ist Gärtnermeister. Seit 20 Jahren verkauft er sein Gemüse und Obst auf dem Buchloer Bauernmarkt. War er bis vor eineinhalb Jahren noch angestellt in der Bio-Gärtnerei des Holzhausener Magnusheims, hat er sich mittlerweile selbstständig gemacht. «Es war schon immer ein Traum von mir, selbstständig zu sein.» Nun, mit knapp 50 Jahren hat er sich diesen Traum erfüllt.

Drei- bis viermal pro Woche auf Märkten unterwegs

Drei- bis viermal pro Woche ist er unterwegs auf Märkten - zwischen Kaufering und Dießen, Türkheim und Buchloe. Drei Angestellte, seine Frau Annette und die beiden Söhne unterstützen ihn im Verkauf und bei der Ernte.

Rund 40 Sorten an verschiedenen Gemüsen und Obst hat Albrecht im Sommer im Angebot. Was er nicht selbst erzeugt, kauft er zu, vor allem im Winter: von der Biogärtnerei des Holzhausener Magnusheims oder von bekannten Bioland-Bauern.

Derzeit erstreckt sich seine Palette von Himbeeren und Johannisbeeren über Sellerie und Salat bis hin zu Bohnen oder Äpfeln.

Das meiste baut er selbst auf einer Fläche von etwa zwei Hektar an, entweder auf dem Feld direkt hinterm Haus am nördlichen Ortsrand von Igling oder auf einem Feld unterhalb des Iglinger Schlosses.

Gelbe Zucchini, Fenchel, Radicchio und Bohnen

In Reih und Glied wachsen und gedeihen dort gelbe Zucchini und Fenchel, Radicchio und Bohnen. Dazwischen schiebt sich eine Reihe Schnittlauch hindurch, daneben ragen Sonnenblumen in die Höhe. Davor: grüner Spargel, dessen Blätter sich gerade «auswachsen», ehe sie im Herbst zurückgeschnitten werden. Albrecht lässt der Natur die Zeit, die sie braucht, um sich zu entwickeln. «Das merkt man dann auch am Geschmack», ist er sicher.

Überzeugt davon, vor rund 30 Jahren den richtigen Weg eingeschlagen zu haben ist der Gärtnermeister ohnehin. «Während meiner Ausbildung habe ich gemerkt, dass ich mit Spritzmitteln nicht klar komme.» Also wandte er sich dem biologischen Landbau zu.

Er verzichtet seitdem gänzlich auf den Einsatz von Chemie. Vier Laufenten sorgen statt dessen auf dem Feld hinterm Haus dafür, dass die Schnecken keine Chance haben. Beim Feld am Schloss sammelt Albrecht die lästigen Viecher selbst mit der Hand ein. Kürzlich haben sie ihn aber doch geärgert. «Da war ich einmal ein paar Tage lang nicht draußen und schwupp haben sie mir hundert Kürbispflanzen weggefressen.»

«Ganzheitlich» wie Albrecht denkt, lebt und arbeitet, baut er auf seinen Feldern auch Blumen an. «Ich freue mich, wenn es blüht. Und die Bienen findens auch prima.» Überhaupt: Dem 49-Jährigen «macht es Spaß zu sehen, wie die Pflanzen wachsen». Das Produkt vom Samen bis zum Verkauf zu begleiten, das mache seinen Beruf aus. «Man hat einen richtigen Bezug zur Scholle zum Gemüse und zum Obst.»

Neueste Errungenschaft: ein «richtiger Verkaufswagen»

Seit ein paar Monaten verkauft Albrecht sein Gemüse und sein Obst aus einem «richtigen Verkaufswagen» heraus. «Unsere neueste Errungenschaft», wie er stolz berichtet.

Früher haben schon mal ein Schirm und eine Plane ausreichen müssen, «aber wir werden auch nicht jünger und wollen schließlich noch ein paar Jahre auf den Markt kommen».

Vor allem im Winter erhofft sich Albrecht von seinem Verkaufswagen Erleichterung. «Da ist es manchmal schon knackig kalt», sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: «Aber wir sind ebenso wie manche Pflanzen, einfach winterhart.»

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