Senioren
Durchschnittsalter steigt um sieben Jahre

Aufgrund der Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird, hat die Bayerische Staatsregierung jeden Landkreis beauftragt, ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept aufzustellen. Dieses stellte Edeltraud Neubauer, Seniorenbeauftragte im Unterallgäu, nun in Erkheim vor.

Ziel sei es, den Senioren möglichst lange ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, so die Referentin. Zudem habe die ambulante Hilfe Vorrang vor der stationären. Um dies zu ermöglichen, seien neue Wohnformen notwendig.

Vor zwei Jahren habe der Landkreis die Entwicklung eines Konzepts in Auftrag gegeben, mit dem die Bevölkerungszahlen prognostiziert werden sollen. Gleichzeitig sollen eine Bestandsaufnahme im Pflegebedarf durchgeführt, der zukünftige Pflegebedarf ermittelt und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden. Begleitend dazu wurden 14 Arbeitsgruppen gebildet, um die entsprechenden Handlungsfelder (etwa Wohnangebote, Betreuung sowie ambulante und stationäre Pflege) zu vertiefen. In einer Fragebogenaktion seien Bürger, Einrichtungsleiter, Bürgermeister und Seniorenbeauftragte der Gemeinden befragt worden, so Neubauer.

Leichter Bevölkerungsrückgang

Aus dem Untersuchungsbericht geht hervor, dass im Jahr 2028 die Zahl der Bürger im Alter ab 50 Jahren deutlich zunehme, die der jüngeren abnehme, so Neubauer. Das Durchschnittsalter der Bürger im Landkreis steige um etwa sieben Jahre. Die Landkreisbevölkerung gehe insgesamt nur leicht zurück, doch erwarte man bei einigen Gemeinden einen Rückgang zwischen zehn und 20 Prozent.

Während es zum 31. Dezember 2009 laut Neubauer 102 freie Pflegeplätze im Landkreis gab, benötige man im Jahr 2025 knapp 300 zusätzliche. Ab dem kommenden Jahr werde am Landratsamt eine Koordinationsstelle eingerichtet, welche die Umsetzung des Seniorenkon-zepts plant und betreibt (wir berichteten). Zudem wolle man die Bürger besser informieren.

Das ehrenamtliche Engagement in der Seniorenhilfe müsse gefördert, Senioren in die Jugendhilfe eingebunden und Seniorenheime als Begegnungsstätte für die Dorfgemeinschaft geöffnet werden, sagte Neubauer. Es gelte, seniorengerechte Wohnformen zu schaffen und die in der Pflege tätigen Angehörigen stundenweise zu entlasten.

Bereits umgesetzt worden seien ein Seniorenportal im Internet mit umfangreichen Informationen, die Bestellung einer Seniorenbeauftragten, die Einrichtung zweier vom Landkreis geförderter Fachstellen für pflegende Angehörige und die weitere Förderung der Freiwilligenagentur durch den Landkreis. Geplant seien eine seniorengerechte Gestaltung der Busfahrpläne und eine Volkshochschulreihe mit Seniorenthemen. In der Diskussion wurde angeregt, Vertreter der Kirchen mit in die Arbeitskreise aufzunehmen.

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