Gunzesried / Jungholz
Duftbeet und Alpinbereich

Der eine Ort hat es schon, der andere möchte es gerne haben: das Prädikat «Kräuterdorf». Die österreichische Enklave Jungholz hat die Zertifizierung der Initiative «Allgäuer Kräuterland» bereits im vergangenen Jahr erhalten und darf sich zudem noch «1. Tiroler Alpenkräuterdorf» nennen. «Wir sind schon stolz darauf, in Deutschland und in Österreich ganz offiziell als Kräuterdorf anerkannt zu sein», sagt Gertrud Lochbihler, die gestern zum zweiten Mal ein Kräuterfest mit Kräuter- und Handwerkermarkt als Hauptverantwortliche organisiert hatte.

Knapp 30 Aussteller versammelten sich im Ort, um ihre Handwerkskunst dem sehr zahlreichen Publikum zu präsentieren. Darunter befanden sich Holzschnitzer, Korbflechter, Gamsbartbinder, Kräuterfloristen, ein Lüftlmaler und sogar der einheimische Maler Tomislav Paunkovic, der im Musikpavillon seine Werke ausstellte. Zudem konnte man sich an vielen Ecken kulinarischen Vergnügungen hingeben und die örtliche Musikkapelle spielte nach einem Dankgottesdienst zur Unterhaltung. Die Idee, sich als Kräuterdorf zu bewerben, hatte vor über zwei Jahren Lili Stangl von der Pfeifermühle. Dazu mussten allerdings erst verschiedene Voraussetzungen geschaffen werden (siehe Infokasten).

Alles wurde innerhalb eines Jahres umgesetzt und neben den beiden Titeln hat sich Jungholz nun auch mit dem Kräuterfest einen Namen geschaffen. «Bis zum nächsten Jahr wollen wir das Rathaus und auch die Schule in unser Projekt einbinden. Dort sollen rundherum geschützte Alpenkräuter wachsen», erklärt Gertrud Lochbihler.

Kräutergarten auf dem Kapplbichl

Auf dem Weg zum «Kräuterdorf» ist derzeit Gunzesried. Dort wurde gestern der neue Kräutergarten auf dem Kapplbichl feierlich eröffnet, und zwar auf dem Grund des früheren Schulgartens. Rund 60 Kräuter gibt es hier zu bestaunen und zu erriechen, in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Man findet Kräuter für Erkältungskrankheiten, für das Immunsystem, ein Duftbeet, Symbolpflanzen, Frauen- und Männerkräuter sowie einen alpinen Bereich.

Angeschoben und tatkräftig umgesetzt wurde die Initiative federführend von Anita Waibel, der Vorsitzenden des Tourismusvereins.

Zusammen mit Gästeamtsleiterin Kathrin Dürr machte sie sich kreuz und quer auf den Weg, um sich Inspirationen für den Kräutergarten einzuholen. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Blaichach und Firmen am Ort ist nun ein wunderschöner Kräutergarten entstanden, der vor allem Familien und Kinder anlocken soll.

Die Voraussetzungen für den Erhalt des Prädikats sind dieselben wie in Jungholz, wozu auch geführte Kräuterwanderungen gehören. «Bei uns im südlichen Oberallgäu gilt Rettenberg als das Brauereidorf, Burgberg ist bekannt für seinen Erzgrubenerlebnispark und wir wollen zukünftig als Kräuterdorf für Furore sorgen. Vielleicht schaffen wir das bis zum Jahr 2011», meint Anita Waibel.

Gestern jedenfalls ist ein erfolgreicher Auftakt gelungen, denn zur Eröffnung mit Musik, buntem Rahmenprogramm und herzhaften Kräuterschmankerln hatten sich zahlreiche wie begeisterte Gäste eingefunden.

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