Du für mich - Ich für Dich

Von Michaela Behr | Oberstdorf 'Du für mich - Ich für Dich' ist ein schlichtes Motto, das exakt erklärt, worum es bei der geplanten Helferbörse in Oberstdorf geht: Auf der einen Seite will der Förderverein für Behinderten- und Seniorenarbeit Oberstdorf junge Menschen vermitteln, die ältere Menschen im Alltag unterstützen. Auf der anderen Seite sollen über die Helferbörse Senioren registriert werden, die bereit sind, etwa als Leihoma auszuhelfen oder die Hausaufgabenbetreuung zu übernehmen. Dabei kooperiert der Förderverein mit dem Gymnasium.

Leihbörsen-Initiator ist der VdK-Vorsitzende Günther Kraus, geboren wurde die Idee aus einem Schlüsselerlebnis heraus. Übers Bürgerbüro lernte er einen 95-Jährigen kennen, der allein lebte - laut Kraus unter katastrophalen Umständen. Weil er gehbehindert war und das Taxi zu teuer, konnte der hochbetagte Mann nicht zum Arzt gehen. Und auch sonst verließ er die Wohnung nicht, weil er allein die Treppe im Eingangsbereich nicht mehr herunter kam - obwohl er gerne hin und wieder eine Viertelstunde spazieren gegangen wäre.

Kraus fasste sich ein Herz und unterstützte den alten Mann privat. 'Dabei habe ich gesehen, dass gerade die kleinen Hilfen außerordentlich wichtig sind', erinnert er sich. Die Idee einer Helferbörse war geboren. Sie soll keine Konkurrenz zu bestehenden Helferkreisen sein - sondern die Büroarbeit bündeln.

Besorgungen des täglichen Bedarfs, Unterstützung in der eigenen Wohnung, ein Spaziergang, ein Ausflug im Rollstuhl, ein gemeinsamer Arztbesuch: Um kleine Hilfen im Alltag geht es Günther Kraus. Dabei setzt er auch darauf, dass umgekehrt jüngere Menschen von dem Projekt profitieren.

Der Markt Oberstdorf stellt einen Büroraum im Sozialen Bürgerbüro zur Verfügung. Der Förderverein für Behinderten- und Seniorenarbeit hat begonnen, erste Helfer sowie Hilfe suchende Bürger zu erfassen. Dabei sei es gar nicht so schwer, Helfer zu finden - schwieriger sei es, Hilfesuchende dazu zu bringen, über den eigenen Schatten zu springen und sich zu melden.

In der Helfer-Datenbank erfasst sind auch einige Schüler des Oberstdorfer Gymnasiums - im Religionsunterricht wurde das Projekt den Schülern präsentiert, einige erklärten sich spontan bereit, mitzumachen. 'Da wird Nächstenliebe endlich in der Praxis offensichtlich', ist Religionslehrerin Doris Eckert begeistert. 'Es ist das Schönste, was einem passieren kann, dass junge Menschen sich bereiterklären, sich für andere zu engagieren.'

Kontakt: Neue Helfer und Hilfesuchende können sich jeweils donnerstags von 14.30 bis 16 Uhr über das Bürgerbüro melden unter Telefon 08322/700-735. Kontaktaufnahme ist auch per E-Mail möglich über sbb@markt-oberstdorf.de

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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