Dritte Service-Wohnanlage für Marktoberdorfer Senioren

Marktoberdorf | hkw | 'Ich lebe wie in einer normalen Wohnung, aber wenn man Hilfe braucht, ist jemand da', sagt Auguste Linder, die seit 1998 im Senioren-Domizil in der Marktoberdorfer Greitherr-/Tigaustraße wohnt. Derzeit errichtet das Bauunternehmen Xaver Schmid dort - neben den zwei bestehenden Service-Wohnanlagen - für knapp eine Million Euro ein drittes Wohnhaus. Gestern war Richtfest.

Laut Geschäftsführer Stefan Schmid sind die etwa 50 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen begehrt: 'Von sieben Einheiten sind fünf verkauft'. Zudem gebe es für die Wohnanlagen bei der Sozialstation 'eine Warteliste von Mietinteressenten'. Zwar behalte sein Bauunternehmen die Wohnungen nicht, um sie zu vermieten, aber es helfe Eigentümern bei der Mietersuche. Rund 100 000 Euro beträgt der Preis für eine der barrierefreien, behindertengerechten Wohnungen (zwei Zimmer, Küche, Bad).

Oft sei es die jüngere Generation, die eine Wohnung für die Eltern kauft, berichtet Schmid aus seiner Erfahrung mit dem Betreuten Wohnen. Werde, bedingt durch einen Umzug ins Pflegeheim, eine Wohnung leer, gebe es meist einen 'nahtlosen Mieterwechsel'. In der überschaubaren Wohnfläche sieht Schmid einen Vorzug der für alleinlebende Senioren oder Paare gedachten Wohneinheiten: 'Je kleiner die Wohnfläche ist - um so leichter sind sie sauber zu halten.' Von Vorteil sei die Nähe zum Stadtkern bei zugleich ruhiger Lage sowie die Zusammenarbeit mit der Kirchlichen Sozialstation als 'kompetentem Partner'.

Ansprechpartner Sozialstation

Auch Auguste Linder genießt die Stadtnähe ihres Senioren-Domizils - obgleich ihr der Umzug von ihrem geräumigen Haus mit Garten 'Am Bergblick' in ihre nunmehr 52 Quadratmeter schwerfiel, wie sie sagt. Pflegeleistungen der Sozialstation nehme sie zwar in der Regel nicht in Anspruch. Nur einmal, als sie Probleme mit ihren Füßen hatte, ließ sie sich 'die Verbände wechseln', erinnert sich die 75-Jährige.

Es sei eben schon von Vorteil, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, besonders dann, wenn es einem einmal schlechter gehe. Für Sachbearbeiter Gerhard Blanbois im Landratsamt ist das ein genereller Vorteil des Betreuten Wohnens. Dieses beinhalte stets die Vermittlung von Hausmeister- und Pflegediensten.

Sobald sie es wünschen, werden die Bewohner der Wohnanlagen in der Greitherr- und Tigaustraße denn auch von der Kirchlichen Sozialstation betreut. Wie deren Pflegedienstleiter Michael Diepolder erklärt, können sie 'natürlich auch einen anderen ambulanten Dienst auswählen'. Allerdings berechne die Sozialstation, da sie sich im Haus befinde, im Gegensatz zu anderen Pflegediensten keine Anfahrtspauschale.

Für Auguste Linder ist jedoch die 'gute Gemeinschaft' dafür entscheidend, dass sie sich in ihrem Domizil wohlfühlt: Konkret bezieht sie sich auf die Kaffeestunde, welche die Sozialstation mittwochs für die Bewohner 'mit gutem Kuchen' veranstaltet, sowie die von ihr geschätzten Spielenachmittage. Andererseits seien bereits manche ihrer Bekannten weggestorben, 'Neuen' fehle oft der Wille, auf andere zuzugehen. An der Gemeinschaft müsse man immer wieder arbeiten.

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