Allgäu
Drei von vier Landkreisen jetzt Zecken-Risikogebiet

Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums sind heuer erstmals auch die Landkreise Unter- und Oberallgäu sowie die Stadt Memmingen als Risikogebiete für eine FSME-Infektion eingestuft. Damit gelten 2009 drei von vier Allgäuer Landkreisen (Ausnahme: Ostallgäu) als Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). «Man braucht deswegen nicht in Panik zu verfallen. Eine Schutzimpfung gegen FSME ist aber auf jeden Fall ratsam», sagt der Leiter des Gesundheitsamtes Unterallgäu, Dr. Jürgen Seemann. Im vergangenen Jahr haben sich in Bayern 128 Menschen mit dem Virus infiziert, der Entzündungen der Hirnhaut, von Gehirn oder Rückenmark auslösen kann.

Wer sollte sich vor FSME schützen? - «Für alle Menschen, die sich - ob beruflich oder in ihrer Freizeit - viel im Freien aufhalten, ist eine FSME-Impfung empfehlenswert», sagt Dr. Seemann. Bayern und Baden-Württemberg sind mittlerweile nahezu flächendeckend FSME-Gebiete. Das bayerische Gesundheitsministerium warnt daher davor, das Risiko eines Zeckenstiches zu unterschätzen. Hat sich ein Mensch erst einmal mit Erregern infiziert, können diese schwere, manchmal auch lebensbedrohliche Gesundheitsschäden verursachen.

Impfung gegen FSME: Vor der FSME kann man sich mit einer gut verträglichen Impfung schützen. Die aus drei Impfungen bestehende Grundimmunisierung vermittelt einen sicheren Impfschutz. Bei erneutem oder permanentem FSME-Risiko ist alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischimpfung erforderlich.

Für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr steht laut Gesundheitsministerium ein spezieller, ebenfalls gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung. In Bayern sind 31 Prozent der Bevölkerung gegen FSME geimpft.

Was bedeutet Risikogebiet? Seit dem Jahr 2007 definiert das Robert Koch Institut (RKI) das Risiko für eine FSME-Infektion nicht mehr anhand der absoluten FSME-Fallzahlen pro Kreis. Berücksichtigt werden die Fallzahlen pro 100000 Einwohner in den vergangenen fünf Jahren. Zusätzlich wird das Infektionsrisiko sämtlicher umliegender Kreise berücksichtigt. Dies führt zu einer besseren Abbildung des Infektionsrisikos. In Bayern sind 78 von 96 Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten inzwischen als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. In diesen Gebieten sind bis zu fünf Prozent der dortigen Zecken mit dem FSME-Virus infiziert.

Im Jahr 2008 traten erstmals FSME-Fälle im Landkreis Oberallgäu auf. Nicht als FSME-Risikogebiete gelten im Allgäu derzeit noch das Ostallgäu sowie die Städte Kaufbeuren und Kempten. Eine Infektion ausschließen lässt sich aber auch dort nicht. «Zecken machen schließlich nicht vor Landkreisgrenzen halt», sagt Gesundheitsamts-Leiter Seemann.

Übertragen Zecken auch andere Krankheiten? «Ja, wesentlich häufiger als mit FSME infizieren sich Menschen mit Borreliose», sagt Seemann. Mit diesen Bakterien sind viel mehr Zecken infiziert als mit FSME-Erregern. Jährlich erkranken daher in Bayern etwa 10000 Menschen an einer Borreliose, gegen die es allerdings keine Impfung gibt. Rechtzeitig entdeckt kann sie mit Antibiotika behandelt werden.

Fazit: «Ein Schutz gegen Zeckenstiche ist wichtig», betont Seemann. Und bereits einige einfache Vorsichtsmaßnahmen senken das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden (siehe Grafik).

Informationen zum Schutz vor FSME bietet die Ausstellung «Kein Stich für Zecken - Schutz durch FSME-Impfung» im Landratsamt Oberallgäu in Sonthofen. Sie ist zu sehen vom 5. bis zum 15. Mai.

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