Buchloe
Drei Fragen für vier Kandidaten

«Wir wollens wissen» sagte sich auch die Kolpingfamilie Buchloe und lud fünf Direktkandidaten zur Bundestagswahl des Wahlkreises 257 Ostallgäu zu einer Podiumsdiskussion in das neu renovierte Kolpinghaus ein.

Gekommen waren: Stephan Stracke (CSU, Kaufbeuren, Oberregierungsrat), Rolf Spitz (SPD, Memmingen, Vertriebsrepräsentant), Tobias Specht (Grüne, Augsburg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter) und Dr. Bernd Rösel (FDP, Füssen, Allgemeinarzt). Wegen Krankheit entschuldigt hatte sich kurzfristig Paul Meichelböck (Linke). Schwerpunkte des Abends waren: Familie, Arbeitswelt und Sozialstaat.

Durch den Abend führte der zweite Vorsitzende der Buchloer Kolpingfamilie, Matthias Fack, der auch die Fragen der rund 50 Zuhörer koordinierte.

Familie: Dr. Rösel betonte, dass die FDP die Rahmenbedingungen verbessern wolle. Er forderte neben einer finanziellen Entlastung flexiblere Arbeitszeiten, damit Familie und Beruf besser miteinander vereinbart werden können. Specht legte den Schwerpunkt vor allem auf die Arbeitsplatzsicherheit und das Betreuungsangebot.

«Die Wahlfreiheit der Eltern existiert noch nicht», sagte Specht. Für Spitz ist die Familie «das höchste Gut in unserer Gesellschaft» und ein zentraler Punkt der Politik. Seiner Meinung nach müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass Eltern arbeiten gehen können, wenn sie wollen.

Stracke sprach unter anderem die 150 Euro Betreuungsgeld an, die Eltern bekommen sollen, die zu Hause bleiben, um Kinder zu erziehen. Grundsätzlich sei es aber auch wichtig, dass in der Gesellschaft das Verständnis für Kinder und Familien verbessert werde.

Arbeitswelt: «Mittelstandspolitik ist die richtige Politik», betonte Stracke. Steuererhöhungen bezeichnete er als Wachstumskiller. Wichtig sei auch, junge Menschen für die Region zu begeistern. Für die Löhne seien die Tarifvertragsparteien zuständig und nicht die Politik. Spitz forderte die Einführung eines Mindestlohns. Die Politik müsse außerdem auf verschiedenen Ebenen gute Rahmenbedingungen schaffen, unter anderem günstiges Bauland und Gewerbeflächen zur Verfügung stellen. Auch Specht betonte die Notwendigkeit des Mindestlohns. Dies sei eine gesellschaftliche Wertschätzung: «Wer arbeitet, soll auch davon leben können.» Arbeit sei in Deutschland extrem teuer, erklärte Dr. Rösel. Für ihn und die FDP sei aber der Mindestlohn der falsche Weg. Er plädierte für das Bürgergeld und eine Senkung der Lohnnebenkosten.

Sozialstaat: «Wir müssen verhindern, dass Rentner von Hartz IV leben müssen», betonte Specht. «Die Grünen wollen eine Garantierente.» Als großen Fortschritt bezeichnete Spitz die Grundsicherung. Wichtig sei auch hier die Einführung des Mindestlohns, was sich auf die Rente auswirke. Um die Altersversorgung zu sichern, möchte Dr. Rösel Schulden abbauen, Arbeitslose reduzieren und mehr Arbeitsplätze schaffen.

Stracke betonte, dass ein zukunftsfähiges Modell Sicherheit für die Rentner und gleichzeitig Fairness für die Beitragszahler beinhalten müsse. Er verwies auf die drei Säulen: gesetzliche, private und betriebliche Altersversorgung.

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