Grabanlagen
Drainage keine Lösung für Friedhof

Die bei der Informationsveranstaltung Ende September vorgeschlagene Drainage ist offensichtlich keine Lösung für die Probleme am mittleren Friedhof in Mauerstetten: Zum einen sind die Kosten sehr hoch, zum anderen geht dies nicht ohne eine Störung der Totenruhe und Beschädigung der Grabanlagen, meinte Ingenieur Richard Weiskopf bei der Vorstellung einer Machbarkeitsstudie im Gemeinderat.

Viele Zuhörer am Thema interessiert

26 Zuhörer hatte das Thema «mittlerer Friedhof» in den Sitzungssaal gelockt. Sie erfuhren von Weishaupt noch einmal, dass die Probleme vom sehr lehmigen Boden herrühren, der zu Staunässe führt und dafür sorgt, dass die Verwesung nicht in der üblichen Zeit erfolgen kann.

Bei einer Drainierung müsste das Wasser wegen der organischen Belastung in den Schmutzwasserkanal abgeführt werden - und zwar über die Staatsstraße. Nachdem die Gräber rund 2,20 Meter tief liegen, würden die Drainageleitungen in 2,50 Meter Tiefe verlegt. Die Aushubtiefe läge damit bei rund drei Metern.

Dazu kämen die engen Wege zwischen den Grabreihen. Um die erforderlichen Bauelemente zur Sicherheit der Arbeiter unterbringen zu können, komme man auf eine Baugrubenbreite von rund 1,20 Metern und kollidiere somit mit den Särgen. Zudem würden auch die Grabanlagen massiv beschädigt, da die Arbeiten mit einem Minibagger nicht bewerkstelligt werden könnten, so Weishaupt.

Er bezifferte die Kosten alleine für die Drainage mit rund 142 000 Euro, dazu kommen noch die Grabanschlüsse und der Bodenaustausch in den Gräbern. Werde dies sukzessive erledigt, koste es rund 747 Euro pro Grab. Allerdings ist die Drainage erst dann wirksam, wenn alle Gräber angeschlossen sind.

«Fachleuten nicht die Kompetenz absprechen»

Werden alle Gräber gleichzeitig saniert, belaufen sich die Kosten auf rund 1600 Euro pro Grab zuzüglich der Exhumierung. Weishaupt hielt eine Drainage deshalb aus Kosten- und Pietätsgründen für nicht machbar. Die Gemeinderäte waren gleicher Meinung. Eine solch massive Störung der Totenruhe komme für ihn nicht infrage, meinte etwa Günther Ziegler.

Bürgermeister Armin Holderried erklärte auf Frage eines Bürgers, man sollte den Fachleuten, mit denen seit Jahren zusammengearbeitet werde, vertrauen und ihnen nicht die Kompetenz absprechen.

Er will nach Möglichkeit noch heuer eine Lösung für Erdbestattungen im mittleren Friedhof finden. Urnenbeisetzungen seien aber weiterhin möglich, betonte Holderried. (dh)

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