Waal
«Dr Käs isch no it gessa»

«Dr Käs isch no it gessa - wir kommen wieder» - in großen Lettern prangt dieser Spruch auf einem Stück gemaltem Käse an der Fassade der alten Waaler Molkerei. Mit diesem Spruch hatten sich Felix Bartholl und seine Mitarbeiter vor rund fünf Jahren von der Waaler Molkerei verabschiedet. Dort hatte er ab April 2004 für kurze Zeit einen kleinen Laden für Käse und Molkereiprodukte betrieben. Jetzt ist Bartholl wieder zurück. Zusammen mit seiner Frau Gerdi erwarb er die stillgelegte Waaler Molkerei - und hat schon etliche Pläne im Hinterkopf.

«Es soll schon etwas anderes werden», verrät er. Momentan stehe er aber noch «am Anfang eines Prozesses». In die Molkerei, die im Mai 2000 stillgelegt worden war, soll nach seinem Willen vor allem wieder Leben einziehen - zum einen in Form eines Ladens, zum anderen mit einer Käserei «im kleinen Format» und zudem in Form einer Begegnungsstätte.

«Wir möchten gerne eine Art Einrichtung schaffen, die Raum bietet zur Kommunikation. Die Köpfe der Leute müssen sich wieder mehr öffnen, um andere Dinge zuzulassen», meint Bartholl. Gerade die derzeitige Krise habe ihm gezeigt: «Wir müssen in einer anderen Form weitermachen.»

Bartholl hat die Krise offenbar als Chance für sich selbst begriffen und nimmt nun voller Elan das Projekt in Angriff. «Mir war es zum einen wichtig, ein Haus im Dorf zu erhalten, das Geschichte geschrieben hat», sagt er, zum anderen will er aber auch wieder in die Milchverarbeitung einsteigen.

Zunächst gehe es für ihn und seine Mitstreiter jedoch darum, das Gebäude gut über den Winter zu bringen. Zwei von drei Wohnungen im Obergeschoss hat er deshalb bereits vermietet («Ein Haus muss belebt sein, damit es gesund bleibt.»).

Voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres möchte er gerne den Käseladen wieder eröffnen. «Das hängt aber auch davon ab, wie schnell die passenden Leute hier zusammenfinden», meint Bartholl.

Weil ihm die Erfahrung aus der Vergangenheit gelehrt hat, dass ein Laden allein nicht läuft, will er zudem eine kleine Käserei in der Mitte des Gebäudes wieder in Betrieb nehmen. Auch Ziegen- und Schafkäse möchte er dort herstellen - und ihn auf Wochenmärkten der Umgebung selbst vermarkten. «Ich bin seit 13 Jahren auf den Märkten und weiß: Man muss unverwechselbare Produkte herstellen, sonst ist man zu leicht austauschbar.» Im westlichen Teil des Gebäudes schließlich plant der neue Besitzer einen Veranstaltungsraum. Den Auftakt macht eine Diskussionsrunde am morgigen Donnerstag anlässlich der «Öko-Erlebnistage» (siehe Info-Kasten).

Am Samstag, 26. September, lädt Bartholl dann ein zu «Felix Tanzkäse» mit der Klezmer-Jazz-Formation «Jakovs Neffen» ein. Ab 20 Uhr kann in der Molkerei getanzt werden.

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