Dr Ball isch ja schneller wia i

Von Wolfgang Hepke | Lengenwang. Ein Sechsziger-Fan feiert seinen Sechziger mit den Sechzigern: So begann am Sonntag wahrscheinlich einer der schönsten Tage für Xaver 'Gulu' Wettengl in Lengenwang. Der Himmel zeigte sich in den Vereinsfarben des TSV Lengenwang und des TSV 1860 München in weiß und blau, und eine bunte Kulisse von 500 Zuschauern säumte das Spielfeld, als die Traditionsmannschaft des Bundesligisten aus München auflief.

Auch der TSV Lengenwang hatte für dieses Spiel eine interessante Mischung zusammengestellt: Ob Trainer Werner Moll, Spieler der zweiten und dritten Mannschaft oder der AH - alle freuten sich auf die Begegnung mit den Stars der früheren Jahre. Nur auf 'Gulu' mussten sie verzichten. Der durfte nämlich bei den 'Löwen' im Sturm mitkicken.

Über 40 Jahre ist er schon Mitglied bei den Sechzigern. Beim TSV Lengenwang gehörte er mit zu den ersten, die wieder Schwung in die Abteilung brachten. Wettengl ist stolz über die vielen erfolgreichen Jahre als Jugendtrainer. 'Zu mehr hat es leider nicht gereicht', meinte er bescheiden. Doch inzwischen haben sich seine 'Kleinsten' bis in die Bezirksoberliga hochgearbeitet.

Es gebe in Lengenwang kaum einen Buben, der nicht beim 'Gulu' in die Fußballschule ging, erfuhren die Zuschauer von TSV-Vorsitzender Anita Popp. Sie überbrachte die Glückwünsche des Vereins, Bürgermeister Lorenz Fischer die der Gemeinde. Kapitän Otto Purschke und die Zuschauer stimmten mit Unterstützung eines Trompeters lautstark in die Gratulationen ein.

Besondere Herausforderung

Seit Oktober liefen die Vorbereitungen für den Auftritt der Traditionself, vieles wurde von Beiratsmitglied Peter Kindler erledigt. Die besondere Herausforderung: 'Gulu' sollte von seinem großen Auftritt nichts erfahren. Die Überraschung war gelungen. Dazu trugen als Unparteiische der frühere Fifa-Schiedsrichter Hermann Albrecht mit Kai Becker und Hubert Strobel bei.

Der Spaß sollte im Vordergrund stehen. Werner Moll hätte als Sportler gerne gewonnen, doch zollte er den ehemaligen Stars Respekt, die eben eine besondere Ballbehandlung haben und ihre langjährige Erfahrung ins Spiel brachten. 'Und alles ohne gemeinsames Training', wie Ex-Profi Martin Max versicherte. 'Wir treffen uns nur zu den Spielen.' Etwa 14 Spiele sind es im Jahr, die die 'Löwen' fast immer mit einem anderen Team bestreiten.

Es war in vielen Situationen ein Augenschmaus wie ein Kneißl, Imhof oder Max sich auf kleinstem Raum die Bälle zuspielten oder ihre Trickkiste auspackten. So war es der ehemalige Manager Roland Kneißl, der gleich zwei Treffer vorlegte, ehe dem Lengenwanger Thomas Stöckle der Anschlusstreffer gelang. Martin Max und Matthias Imhof erzielten die Treffer zum 4:1-Endstand. Dazu gab es einige Pfosten- und Lattenkracher auf beiden Seiten.

'D'r Ball isch ja schneller wia i', schmunzelte der 'Gulu', als das Leder wieder einmal ins Seitenaus ging. Er durfte sich trotzdem als Sieger feiern lassen. So waren neben den Autogrammen der Münchener auch die Signets von 'Gulu' bei den Kleinen gefragt. Danach durfte er nach einer erfrischenden Dusche mit seinen Sechzigern seinen Sechziger im Festzelt bei einem frischen Getränk ausklingen lassen.

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