Dorfstrukturen werden bewahrt

Von Peter Schwarz | Bad Hindelang Ihre gewachsenen dörflichen Strukturen will die Marktgemeinde Hindelang im Hauptort und in den fünf Ortsteilen bewahren. Das ist die zentrale Vorgabe für den zukünftigen Flächennutzungsplan. Auch wenn mancherorts mehr Standorte für Hotels denkbar sind und da und dort weitere Wohngebiete entstehen dürfen, so will der Gemeinderat - wie sich in der jüngsten Sitzung zeigte - die Landwirt nicht einengen.

Aus dem Jahr 1980 stammt der gerade wegen der veränderten Rechtsprechung total veraltete Flächennutzungsplan. Höchste Eisenbahn, das Grundlagenpapier für die Zukunftsplanung einer Kommune zu modernisieren. Der beauftragte Planer Wolf Steinert leistete erste Vorarbeiten, wohin die Reise in Hindelang gehen soll.

Jetzt walkte das Kommunalparlament das Konzept Ortsteil für Ortsteil und Punkt für Punkt durch. Der letztendlich einstimmig befürwortete Vorentwurf hat damit die Statur erreicht, um im März erstmals den Bürgern und Behörden zur intensiven Begutachtung vorgelegt zu werden. Keineswegs verbiss sich das Gremium bei seiner Diskussion in Details, wovor eingangs Bürgermeister Roman Haug gewarnt hatte.

Nur Dorfgebiet

Aber beim Schmirgeln am Entwurf verschwanden doch manche vermeintliche Kanten. Zum Beispiel soll das Bergdorf Hinterstein bleiben, was es von altersher war: Bergbauern-Siedlung. So wird auf Betreiben des ortsansässigen Ratsmitglieds Hans Wechs darauf verzichtet, neue Wohngebiete neben verwaisten bäuerlichen Gehöften auszuweisen. Denn es könnte sein, dass Einheimische wieder ihr Herz für die Landwirtschaft entdecken. Da käme man in einem Dorfgebiet besser zurande, schloss sich das Gremium der Denkweise von Wechs an.

Hin und her wurde gewendet, ob neben dem Bayosan-Werk bei Vorderhindelang wirklich gewerbliche Erweiterungsflächen vonnöten seien. Ratsmitglied Engelbert Wille (Bad Oberdorf) störte sich an diesem Reservoir. Doch langfristig sei man auf derlei Areale angewiesen, erwiderte Bürgerschaftsvertreter Hans Heim aus dem gleichen Ortsteil. Es gibt dazu sowieso einen Vorratsbeschluss des Gemeinderats, erinnerte Marktbaumeister Franz Hatt an eine frühere Entscheidung. Neben dem Unternehmen der Baubranche darf sich durchaus weiteres Gewerbe ansiedeln.

Wie in anderen vom Hochwasser gefährdeten Gemeinden liefert der Tabu-Bereich von Überschwemmungsflächen auch in Hindelang Diskussionsstoff. Kann denn das Wasserwirtschaftsamt nach eigenem Gutdünken an der Ostrach Flächen sperren?, fragte sich Theo Sutter (Vorderhindelang). In vorrangigen Gebieten für den Hochwasserschutz ist eine Wohnbebauung unzulässig, machte Rathaus-Chef Haug klar.

Die planerische Darstellung der Retentionsräume ist übrigens ganz neu. Im alten Papier von 1980 war noch nichts davon drin.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019