Gemeinderat
Dorfeinfahrt nicht mit «Klotz» verbauen

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Mit acht zu fünf Stimmen hat der Gemeinderat Bidingen in seiner jüngsten Sitzung den geplanten Bau einer Lagerhalle auf einem gemeindeeigenen Grundstück beim Wertstoffhof in Bidingen abgelehnt. Die örtliche Firma Prestele wollte dort - in einem Winkel von 90 Grad quer zum Wertstoffhof - eine circa 48 Meter lange und 21 Meter breite Lagerhalle mit Fotovoltaikmodulen auf dem Dach errichten. Diese Halle hätte den Wertstoffhof laut Bürgermeister Franz Martin um circa zwei Meter überragt.

Der Bauvorschlag, den die Gemeindeverwaltung zusammen mit der Firma Prestele ausgearbeitet hatte, sah vor, dass die Firma im Zuge eines Erbpachtvertrags mit der Gemeinde Bau und Finanzierung der Halle übernimmt. «Statt Erbpachtzins an uns zahlen, könnten wir die halbe Halle zum Beispiel als Gemeindelager nutzen», erläuterte Franz Martin, der das Bauprojekt vorstellte, seinen Kollegen im Gemeinderat. Zudem würde die gesamte Lagerhalle nach 30 Jahren wieder in den Besitz der Kommune fallen.

Vorteil für Bidingen, betonte Franz Martin, wären, dass die Gemeinde - ohne eigene Unkosten - eine große, zusätzliche Lagerfläche erhalte: «Momentan haben wir ja nur einen Teil des Wertstoffhofs sowie den benachbarten, baufähigen Stadel als Lager.» Außerdem würde man mit der Firma Prestele das heimische Gewerbe stärken, so Martin.

Allerdings wäre das Areal nach dem Hallenbau anderweitig, zum Beispiel als Veranstaltungsgelände für die Partys des «Pfeifenclubs», nicht mehr nutzbar. Bei der anschließenden, sehr lebhaften Diskussion machten einige andere Ratsmitglieder weitere Argumente gegen den Bau der Lagerhalle geltend.

«Der Standort ist sehr schlecht für die Gemeinde», sagte etwa Manfred Karg-Ruhland: «Damit verbauen wir uns die Zufahrt für ein künftiges Gewerbemischgebiet dort.» Was Thomas Kölbl zu der kritischen Frage veranlasste, wie realistisch ein Bidinger Gewerbegebiet in den nächsten 30 Jahren überhaupt sei. Und Bürgermeister Martin und Ludwig Mariner vertraten die Meinung, dass man auch nach dem Bau der Halle Platz für eine solche Zufahrt hätte.

Er wisse, so Martin, dass es in der Gemeinde Gewerbebetriebe (zum Beispiel Werkstätten) gebe, die mehr auf Zufahrten angewiesen sind als die Betreiber einer Lagerhalle.

«Auch auf die Optik Rücksicht nehmen»

Laut Manfred Karg-Ruhland wäre ein Mischgebiet, das hinter einer so massiven Halle beginne, für Investoren jedoch wenig attraktiv. Und Zweiter Bürgermeister Martin Epp gab zu bedenken, dass ein solch «gewaltiger Klotz zur Dorfeinfahrt hin» diese verschandeln würde: «Wir sollten auch auf die Optik Rücksicht nehmen», so Epp.

Vor allem aus optischen Gründen und um ein mögliches, künftiges Gewerbemischgebiet nicht baulich und zufahrtsmäßig einzuschränken, lehnte die Gemeinderatsmehrheit schließlich den Hallenbau an dem besagten Standort ab.

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