Doch nochmal Kunsteis?

von Armin dorner
| Lindenberg. Die Stadt versucht zusammen mit dem Kunsteisförderverein, die Kunsteisanlage am Waldsee zu retten. Mit großer Mehrheit wurde dem kürzlich gegründeten Verein ein Zuschuss bis zur Höhe von 50000 Euro gewährt. Damit muss der Verein im kommenden Winter die Anlage betreiben. Den Eismeister bezahlt nach wie vor die Stadt.

Dieser «verlorene Betriebskostenzuschuss» (Hauptamtsleiter Roland Kappel) ist an eine Reihe von Vorbehalten gekoppelt, die von der CSU-Fraktion gefordert werden. So muss der Verein das Nutzungsrecht der WKF erhalten, die entsprechenden Versicherungen abschließen, der TV Lindenberg muss zustimmen, der Zuschuss ist gedeckelt und wenn Schäden an der Anlage auftreten, die hohe Reparaturkosten verursachen, muss der Betrieb eingestellt werden. Zudem müssen die fünf Gemeinden der Westallgäuer Kunsteis und Freizeit GmbH (WKF), die sich in Liquidation befindet, sich entsprechend einem Gutachten an den Kosten des Rückbaus der Anlage (175000 Euro geschätzt) beteiligen. Am kommenden Mittwoch steht das Thema in Oberreute auf der Tagesordnung der Ratssitzung.

Gut eineinhalb Stunden diskutierte der Stadtrat das Für und Wider. Bei drei Gegenstimmen (Martin Einsle, Hannelore Windhaber und Anton Wiedemann) wurde die Unterstützung gewährt.

Der Förderverein hatte sich angeboten, die Anlage zu übernehmen und den Betrieb mindestens für die nächste Saison von November bis Februar zu gewährleisten, wenn die Stadt das Defizitrisiko bis zu einer Höhe von 50 000 Euro übernimmt.

Im Durchschnitt mussten pro Saison 35000 Euro draufgelegt werden. Von den 59000 Euro, die heuer im Haushalt für den Betrieb eingestellt sind, sind noch rund 25000 Euro übrig, erwähnte Kappel.

Das Grundstück am Waldsee gehört der Stadt, die Gebäude der WKF. Kappel erinnerte an juristisch knifflige Aufgaben, die zu lösen seien, vor allem in Sachen Erbbaurecht.

«Wenn diese Saison ausfällt, ist das das Ende des Kunsteises», machte Helmut Böller dem Gremium klar. «Gebt dem Förderverein eine Chance» forderte er leidenschaftlich. Er warf der Stadt vor, dass es so weit gekommen ist. «Die Stadt hätte rechtzeitig eingreifen können,» er habe oft die Mängel angemahnt.

Josef Boch (Freie Wähler) nannte ee unterstützenswert, dass dieser Verein gegründet worden sei. «Die Entscheidung über die Zukunft des Kunsteises, kann damit ohne Zeitdruck im nächsten Jahr getroffen werden,» hofft er auf ein Gelingen.

Helmut Wiedemann (SPD) bekannte, er sei «wie von einem Blitz aus heiterem Himmel» von der Entscheidung getroffen werden, dass sich die WKF zum Jahresende auflöse. Für ihn steht die «soziale Verpflichtung» im Vordergrund, «unseren Kindern Bewegung zu ermöglichen». Er ziehe den Hut vor dem Verein.

Thomas Kühnel (Grüne) sprach von einem «überschaubaren Betrag». Für Jugendliche habe man «gar nichts mehr anzubieten». Die Prospekte des Gästeamts mit Werbung für das Kunsteis seien übrigens schon auf dem Weg zu den Touristen

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ