Bürgerentscheid
Diskussionen über die geplante Tiefgarage unter dem Hildegardplatz

Auf Contra folgt Pro: Nachdem sich ein Aktionsbündnis gegen die Tiefgarage gegründet hat, gibt es jetzt auch eines für die Tiefgarage unterm Hildegardplatz. Montagabend trafen sich die Befürworter des 4,4-Millionen-Projekts in der Gaststätte «Zum Stift». Ihr Sprecher ist der frühere Bäcker-Innungsobermeister und ehemalige Stadtrat Heinz Grünwald. Wer in den nächsten zehn Wochen mehr Anhänger hinter sich scharen wird, zeigt sich am 10. April, wenn die Bürger entscheiden.

Initiiert wurde das Bündnis pro Tiefgarage von den Stadtratsfraktionen der CSU und Freien Wähler. Dem Aufruf folgte eine große Anzahl von Bürgern: Der Stiftskeller war voll. Immer wieder riefen Grünwald und andere Redner die Zuhörer auf, für die Tiefgarage zu werben - nicht nur in der Innenstadt sondern auch in den Stadtteilen.

Und immer wieder machten die Redner deutlich, «dass die Umgestaltung des Hildegardplatzes beschlossene Sache ist - auch wenn das viele noch gar nicht wahrhaben wollen», so Sibylle Knott (die «nicht als Bürgermeisterin hier steht sondern als gebürtige Kemptenerin»). Der Aufwertung des Platzes fällt aber zwangsläufig eine Vielzahl an Parkplätzen zum Opfer: Von derzeit 145 Stellplätzen auf dem ganzen Hildegardplatz bleiben nur noch maximal 40 übrig. Das Defizit soll die Tiefgarage für 142 Autos kompensieren.

«Ohne diese Parkplätze wird die nördliche Innenstadt nicht mehr funktionieren, brechen Geschäfte weg und verlieren umliegende Veranstaltungshäuser an Attraktivität», blickten die Stadträte Alexander Hold (FW), Josef Mayr und Harald Platz (beide CSU) in eine dunkle Zukunft. Wie wichtig die Parkplätze beispielsweise für das Kornhaus seien, verdeutlichte Herbert Karg (FW): «191 Veranstaltungen mit 46000 Besuchern im Jahr - und alle Veranstalter fragen im Vorfeld nach Parkplätzen in der Nähe.»

Ein Jahr Bauzeit überstehen

«Wegen der enormen Bedeutung des Parkraums» kann Georg Hieble die Geschäftsleute nicht verstehen, «die sich gegen die Tiefgarage aussprechen». Deren große Sorge brachte Ramona Lerpscher von der Gaststätte «Zum Stift» auf den Punkt: «Ein Jahr Bauzeit - da fragen sich viele Geschäftsleute, wie sie diese lange Zeit überstehen sollen.

» Außerdem ist sie aus Sicht des Stifts nicht begeistert von der Stahl-Glas-Konstruktion für den Zugang der Tiefgarage südlich des Biergartens.

«Möglich wäre auch ein beheizbarer Treppenabgang ohne Einhausung - das müssen wir prüfen», erläuterte Baureferentin Monika Beltinger, die die Umgestaltung des Platzes und den Bau der Tiefgarage vorstellte. Dabei versprach sie «eine helle, übersichtliche Tiefgarage, die mit 2,65 Metern eine größere Raumhöhe als üblich hat».

«Gefährdet der Bau nicht die umliegenden Häuser», so eine Frage der Zuhörer. Dazu erläuterte Statiker Professor Dr.

Karl Schütz das «besonders schonende Bauverfahren mit Bohrpfählen»: Damit könne die Verformung des Baugrunds oder die Erschütterungen der Häuser «nahezu ausgeschlossen werden».

Das Schlusswort hatte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer. Der warb nicht pro Tiefgarage sondern dafür, in jedem Fall beim Bürgerentscheid seine Stimme abzugeben.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen