Veranstaltungen
Diskussion um Teilnahme junger Vereinsmitglieder bei Festen - Kreisjugendpflegerin klärt auf

Dürfen Jugendliche auch am Abend mit der Garde oder der Musikkapelle auftreten? Ist es erlaubt, dass junge Vereinsmitglieder beim Dorffest oder beim Faschingsball mitarbeiten? Und wie sieht es dabei mit dem Ausschank von Alkohol aus?

Fragen wie diese stellen sich viele Vereine. Laut Kreisjugendpflegerin Lisa Huber ist es wichtig, dass das Thema Jugendschutz ernst genommen wird. "Denn Vereine tragen in vielen Fällen eine hohe Verantwortung für ihre Schützlinge", so die Kreisjugendpflegerin.

Haben Jugendliche einen Auftritt, etwa mit einer Musikkapelle, dürfen sie sich dafür auf einer Abendveranstaltung aufhalten, erläutert Huber. Die Zeit- und Altersbeschränkungen nach dem Jugendarbeitsschutz- und Jugendschutzgesetz würden hier nicht gelten.

So darf zum Beispiel eine 15-Jährige normalerweise nicht ohne Eltern zu einer öffentlichen Tanzveranstaltung gehen. Tritt sie dort aber mit der Garde oder der Musikkapelle auf, ist der Aufenthalt erlaubt. 'Wenn die Eltern nicht dabei sind, ist allerdings der Verein gefragt', betont Huber. 'Denn dann übernimmt er die Erziehungsaufgabe und jemand aus dem Verein muss ein Auge auf die Jugendlichen haben.'

Schriftlich beauftragen

Damit der Veranstalter weiß, wer unter der Obhut eines Vereins steht und für wen damit spezielle Regeln gelten, empfiehlt Huber eine schriftliche Erziehungsbeauftragung, die die Jugendlichen am Einlass vorzeigen können.

Mit dem Formular können Eltern die Erziehungsaufgabe offiziell an den Vereinsvorsitzenden übertragen oder an jemanden anderen, der im Verein für die Jugendarbeit zuständig ist.

Dass Jugendliche bei einem Vereinsfest mithelfen, ist laut Huber kein Problem. Wenn die Vereinsjugend unentgeltlich mit anpackt, greift das Jugendarbeitsschutzgesetz nicht und unter Aufsicht des Vereins fallen Zeit- und Altersgrenzen weg – zum Beispiel fürs Helfen am Abend.

Und was ist, wenn im Ausschank Hilfe benötigt wird? Dürfen junge Vereinsmitglieder hinter der Bar arbeiten oder Bier an die Tische bringen? Wie die Kreisjugendpflegerin sagt, ist für die Abgabe von Alkohol in der Regel ein Mindestalter erforderlich.

Junge Leute, die bei einem Fest alkoholische Getränke an die Gäste abgeben, sollten dafür so alt sein, dass sie den Alkohol theoretisch auch trinken dürften. Zum Beispiel sind Bier, Wein und Sekt nach dem Jugendschutzgesetz ab 16 Jahren erlaubt.

Eine Ausnahme ist es, wenn die Jugendlichen unter ständiger Aufsicht eines Erwachsenen stehen. Dann gelte im Prinzip keine Altersbeschränkung für den Ausschank von Alkohol, so Huber. 'Aber es ist in der Praxis kaum umzusetzen, permanent auf einzelne Jugendliche zu achten', sagt sie.

'Deshalb sollten wirklich nur Vereinsmitglieder ab 16 ausschenken.' Für die Abgabe von branntweinhaltigen Getränken wie Schnaps, Longdrinks oder Alkopops muss man mindestens 18 Jahre alt sein.

Informationen zum Thema Jugendschutz gibt es im Internet. Dort kann auch das Formular zur Benennung einer erziehungsbeauftragten Person heruntergeladen werden.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen