Stracke Ombudsfrau
Diskussion mit der Kaufbeurer Ombudsfrau Elisabeth Beikirch im Kolpinghaus

Zwölf Monate ist es her, dass Elisabeth Beikirch zur parteilosen, unabhängigen Ombudsfrau zur Entbürokratisierung der Pflege im Bundesgesundheitsministerium ernannt wurde. Der Kaufbeurer CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke lud sie nun zu einem Fachgespräch mit Vertretern regionaler Pflegeeinrichtungen, des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) Bayern und der Heimaufsichten in das Kaufbeurer Kolpinghaus ein.

Mehr als 40 Pflegeexperten diskutierten mit.

Ganz bewusst habe das Gesundheitsministerium Beikirch eingesetzt, 'um zu sehen, was die Pflegekräfte in Deutschland bewegt und um konkrete Vorschläge und Empfehlungen zur Entbürokratisierung der Pflege zu erarbeiten', so Stracke, der Mitglied des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag ist.

Die Ombudsfrau sieht derzeit die Pflegedokumentation, die parallelen Prüfungen des MDK und der Heimaufsichten, die zusätzlichen Prüfaufsichten durch Brandschutz oder Gesundheitsamt oder auch die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Stellen bei Anträgen auf Leistungen, insbesondere aus der Kranken- und Pflegeversicherung im Mittelpunkt der Diskussion.

Auch das Fachgespräch in Kaufbeuren bestätigte die Schwerpunktthemen Beikirchs.

'Was nicht niedergeschrieben ist, wurde auch nicht gemacht', so gelte es bei der Überprüfung durch den MDK, monierte eine Pflegedienstleiterin aus Waal und fügte an: 'Ergebnisqualität muss anders dargestellt werden.

' Ein Heimleiter aus Kaufbeuren gab zu bedenken: 'Jede Zeit, die am Schreibtisch verbracht wird, fehlt uns am Pflegebedürftigen.'

Eine Heimbetreiberin aus Ottobeuren beklagte sich hingegen über die Qualität der Ausbildung zum Altenpflegehelfer.

'Vor einigen Jahren wurde alles umgeschult, was zwei Hände hatte.' Ein Vertreter des MDK Bayerns gab zu bedenken, dass das Gesetz den MDK dazu zwinge, jedes Jahr alle Einrichtungen zu überprüfen. 'Wir würden uns aber lieber auf Problemeinrichtungen konzentrieren.'

'Ob die Pflegedokumentation der ausschließliche Maßstab bei den Qualitätsprüfungen sein darf', stellte auch Bundespolitiker Stracke infrage. Die CSU/CDU-Bundestagsfraktion zusammen mit der FDP wollen aus diesem Grund eine Änderung des Pflegegesetzes.

Bei der Beurteilung der Pflegequalität soll in Zukunft nicht mehr nur die Pflegedokumentation eine Rolle spielen. Auch die Ombudsfrau befürwortet die beabsichtigte Änderung. Sie forderte aber auch die Einrichtungen auf, Bürokratie auf das Nötigste begrenzen.

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