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"Digitaler Gemischtwarenladen" bei der dritten Digital Night in Kempten

Die dritte Digital Night in Kempten war auch dieses Mal wieder gut besucht. Austausch, Networking und spannende Vorträge standen am Freitagabend im Vordergrund.
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  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Probleme beseitigen, sich für eine regionale Landwirtschaft einsetzen oder die Menschen für eine nachhaltige Fortbewegung belohnen: Nicht zu Unrecht hat Moderator Christian Dosch die dritte Digital Night in Kempten als "digitalen Gemischtwarenladen" bezeichnet. Am Freitag, 18. Januar 2019, konnten digitale Talente in zehn kurzen Vorträgen ihre Projekte und Abschlussarbeiten bei der Veranstaltung in der ehemaligen Schlichterei an der Keselstraße vorstellen.

Bei der Digital Night wird Referenten aus dem Allgäu die Chance gegeben, sich selbst, ihr Team und nicht zuletzt ihr Projekt und ihre Vision vorzustellen. Die Digital Night wurde von Allgäu Digital - Digitales Zentrum Schwaben in Kooperation mit der Fakultät Informatik der Hochschule Kempten und Hokus e.V. veranstaltet. Obwohl am Ende ein Sieger gekürt und mit einem Preis belohnt wird, spielt die Vernetzung eine bedeutendere Rolle. In den Pausen können sich die Besucher untereinander austauschen und mit den (zukünftigen) Gründern in Kontakt treten. Sie haben außerdem die Möglichkeit Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen, um ihre Projekte zu verwirklichen oder voranzutreiben. Moderator Christian Dosch hat das "Networking" gleich zu Beginn initiiert. Die Besucher sollten sich mit ihnen unbekannten Personen in kleinen Gruppen zusammenfinden, um sich zu vernetzen und kennenzulernen.

"Ich finde es cool, dass es die Veranstaltung gibt. Es ist eine mega Chance für Startups. Auch die Kooperation mit der Hochschule in Kempten funktioniert gut. Ein cooles Format, besonders für das Allgäu", sagte Silvi Richter. Sie macht gerade ihren Master in Informatik an der Hochschule in Kempten. Auf die Frauenquote in der Informatik und in digitalen Startups angesprochen sagt sie, dass es sich allmählich angleiche, zumindest in ihrem Studiengang und im Maschinenbau.

Die dritte Digital Night wurde mit einem "Griaß di" von zwei Nicht-Allgäuern eingeleitet. Sebastian Kehr und Frank Köhler stellten das Dialektportal "Allgäu Dialekt" vor. Den beiden gebürtigen Thüringern wurde dieser Umstand schnell vergeben, als sie erklärten, was es mit dem Portal auf sich hat und einige Tonbeispiele abspielten. Allgäuer können dort Wörter und Redewendungen in ihrem Dialekt einsprechen und mit einem Ort verbinden. Ein lautes Lachen der Besucher ging durch den Raum, als sie verschiedene Varianten des Wortes "Fliegenpatsche" abspielten. Das Dialektportal soll Sprachbarrieren durchbrechen und Menschen miteinander verbinden.

Dass die digital Night nicht nur etwas für junge Leute ist, bewies Gabriel Kolb. Er selbst verriet allerdings nur, dass er "in den 60er Jahren" geboren wurde. Über die Website von Bergschoen.media und über diverse Social-Media-Plattformen veröffentlicht das Team Bilder und Video aus dem Allgäu, die sie an Gastgeber oder zum Beispiel Sportgeschäfte weitervermarkten können. Dabei zeigen sie sich mit dem Bike, im Wasser oder beim Skifahren.

Wenig verwunderlich war auch die digitale Abstimmung am Ende der Veranstaltung. Besucher der Digital Night gaben ihre Stimme nicht über Handzeichen ab, sondern über ihr Smartphone. Gewinner des Abends wurde Martin Bayrhof, Gründer von Biostern, mit 35 Prozent der abgegebenen Stimmen. Mit seinem Unternehmen setzt er sich für regionale Landwirtschaft ein und unterstützt damit die Erzeuger bei der Direktvermarktung der Produkte. Als Hauptpreis erhielt Bayrhof zwei Tagesskipässe in Kooperation mit der Superschnee Card der Allgäu Tirol Bergwelt GmbH.

Platz zwei teilten sich die App "bewelo" und das Projekt "Digitalisierung im Maschinenbau" mit jeweils 16 Prozent der Besucherstimmen. Oskar Burmann stellte zunächst die App vor. Ein Alltagsproblem bewegte ihn dazu, über die Belebung des Fahrradweges nachzudenken. Durch die App können Menschen Punkte über das Fahrradfahren sammeln und diese zum Beispiel gegen Gutscheine eintauschen. Der Gedanke, für's Radfahren bezahlt zu werden, schien vielen Besuchern der Digital Night zu gefallen. "Die App würde ich gerne nutzen und freue mich, wenn sie auf den Markt kommt", sagte die 23-jährige Anna-Maria Stock, die an der Hochschule in Kempten ihren Master macht. Geschäftsführer Florian Huber stellte mit seiner Kollegin Silvi Richter vor, wie man die Digitalisierung im Maschinenbau vorantreiben könnte. Mithilfe einer Smartwatch sollen Maschinen überwacht werden und Probleme direkt einsehbar sein.

Den dritten Platz erreichte der "VR Buyroom" von Robin Müller. Die Zukunft des Einkaufens sieht er in einer VR-Brille. Wie er darauf kam: Die schier endlose Auswahl in Online-Shops und die häufigen Unterschiede zwischen Produktbildern und realen Produkten. Durch die Verbindung von Online Handel und Virtueller Realität (VR) möchte er Kunden ein neues Kauferlebnis ermöglichen, bei dem sie virtuell mit den Produkten interagieren können. Die Zweit- und Drittplazierten erhielten jeweils ein Onemerino-Paket.

Die nächste Digital Night ist für Juni 2019 angesetzt.

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