Kempten / Sonthofen
Dieses Unternehmen lehnt keinen Bewerber ab

Diese Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist etwas ganz Besonderes: Sie kann nicht einfach Leute einstellen und bei Auftragsflaute wieder entlassen. Die Allgäuer Werkstätten GmbH beschäftigen nämlich rund 600 Menschen mit Behinderungen aus Kempten und dem Oberallgäu. «Wir haben einen Staatsauftrag», erklärt Michael Hauke, Geschäftsführer der Allgäuer Werkstätten. «Die Leute werden uns von der Arbeitsagentur zugewiesen, und wir müssen sie aufnehmen.»

Hauke stellte die Behinderten-Werkstätten diese Woche den Mitgliedern des Allgäuer Marketing Clubs vor. Dabei verschwieg er nicht, «dass die Wirtschaftskrise auch uns betrifft.» Um 15 Prozent sei der Umsatz heuer schon zurückgegangen. Und daran können die Allgäuer Werkstätten nicht viel ändern. «Wir stehen am Ende der Dienstleistungskette. Wir leben von Firmenaufträgen.» Der Nachteil, wenn die Konjunktur in den Keller fährt: «Wir können keine Kurzarbeit anmelden, sondern müssen unsere Mitarbeiter ja voll beschäftigen und betreuen.»

1975 hatte eine Elterninitiative der Lebenshilfe Kempten und Sonthofen die Allgäuer Werkstätten GmbH gegründet.

Mittlerweile werden die Behinderten von 160 Angestellten an vier Standorten in Kempten und einem in Sonthofen (bis vor einem Jahr noch in Vorderhindelang) betreut. Heute gehören zu den Allgäuer Werkstätten auch zwei je hundertprozentige Tochtergesellschaften, die Integrationsgesellschaft Allgäu GmbH (IGA) und die Injob Allgäu GmbH für Menschen mit nur leichten oder vorübergehenden Behinderungen mit der Chance, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.

Viel wichtiger als der Lohn, den die Behinderten bekommen, sei die Wertschätzung, die Förderung und die Anerkennung der Leistung, sagt Hauke. «Uns geht es in erster Linie nicht um den Profit», so der Geschäftsführer weiter. 70 Prozent des Ertrags gehen an die Behinderten, 30 Prozent fließen in die Verwaltung, neue Maschinen oder die Rückstellung für Projekte und Erweiterungen.

Wachstum vorprogrammiert

Im Unterschied zu anderen Firmen wissen die Allgäuer Werkstätten heute schon, wie schnell sie wachsen werden: Anhand der Mitteilungen aus Kindergärten oder Schulen kann diese ganz besondere GmbH hochrechnen, dass sie bis zum Jahr 2018 auf knapp 900 Mitarbeiter mit Behinderungen aufstocken muss. Deshalb bemühen sich die Verantwortlichen ständig, dass weitere Aufträge reinkommen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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