Marktoberdorf
Dieselross soll wieder höher springen

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Martin Richenhagen ist nicht nur Chef des Landtechnik-Konzerns AGCO, sondern war zeitweise auch Equipechef der Deutschen Dressurreiter. Beim Neujahrsempfang des Informationskreises der Wirtschaft und der Stadt Marktoberdorf widmete er sich einer Frage, die beides vereint: «Wie hoch springt das Dieselross?» Die Antwort: 2010 soll das Fendt-Dieselross mindestens so hoch springen wie 2009. In den nächsten Jahren wird die Latte weiter angehoben. Daher stehe AGCO zu den Ausbauplänen für das Marktoberdorfer Werk. Die Entscheidung über den Terminplan falle bis Juli, so Peter J. Paffen, Fendt-Geschäftsführer und als Vorsitzender des Informationskreises Gastgeber des Empfangs.

Normalerweise besuchen 170 Gäste den Empfang, diesmal strömten über 300 Besucher aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ins Fendt-Forum. Das Interesse galt dem Hauptredner. Denn wie sagte Bürgermeister Werner Himmer: «Wenn Fendt hustet, dann sind die Stadt und die Region krank.»

Wenn Fendt hustet, wirke dies auch über den großen Teich, verwies Richenhagen auf die starke Stellung von Fendt im Konzern und nannte Zahlen: Insgesamt hatte AGCO 2008 weltweit 15000 Mitarbeiter. Im Krisenjahr 2009 schrumpfte die Belegschaft auf 14000 - vor allem in Brasilien - aber nicht in Deutschland, wo Fendt 3300 Mitarbeiter zählt. Marktoberdorf sei einer der bedeutendsten Standorte. Dies sei auch auf die gute Zusammenarbeit zwischen Management und Betriebsrat zurückzuführen. Wichtig sei auch die hohe Motivation und Qualität des Personales.

Fendt für Umsatz wichtig

Richenhagen berichtete, dass sich AGCO auf vier Marken konzentriert: Neben Fendt sind dies Challenger, Massey Fergusson und Valtra. Von 2004 bis 2008 stieg der Umsatz von 5,3 auf 8,5 Milliarden Dollar: «Daran war Fendt ein ganzes Stück beteiligt.» 2009 gab es auch bei AGCO einen Einbruch von rund 20 Prozent. Davon seien rund sechs Prozent währungsbedingt.

Ziel von AGCO sei es, Lücken in der Produktpalette zu schließen. Dazu gehöre ein Großhäcksler für Biomasse, der derzeit nahe Marktoberdorf getestet wird. In der Entwicklung sei auch ein Vollernter für Zuckerrohr.

Der Manager sieht gute Gründe, für Zuwachs in der Landtechnik: wachsende Bevölkerung, begrenzte Anbauflächen, neue Ernährungsgewohnheiten und mehr Bioenergien. Darauf antworte AGCO mit neuen Produkten. Für Traktoren gelte der Trend: «größer, stärker, schneller.» Für Marktoberdorf bedeute dies: «Fendt ist das Unternehmen, das solche Traktoren als erstes einführt.» Aus diesem Grund steigere AGCO die Forschungsmittel von 200 auf 229 Millionen Dollar.

Auch über Wachstumsmärkte informierte Richenhagen: In Russland betreibe AGCO ein Motorenwerk, sodass Importzölle entfallen. In Brasilien verkaufe man Volksschlepper für 10000 Dollar. In Afrika biete man robuste Kleintraktoren. In China verfüge AGCO über neue Produktionshallen. Auch in Indien habe man eine gute Marktposition. Philosophie von AGCO sei es, das sehr gut zu machen, was man selbst kann.

Wenn andere etwas besser können, kaufe man zu. Daher könnten in einem Fendt Teile aus Indien stecken.

Richenhagen zeigte sich zuversichtlich, dass die Landtechnikbranche in den nächsten Jahren boomt. Zunächst kalkuliere er aber lieber mit kleineren Wachstumsraten und überrasche die Aktionäre mit positiven Abweichungen.

Eines stellte der Manager auch klar: Für 2009 gibt es «für mich und meine Jungs» keine Bonuszahlungen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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