Geschichte
Die Zwölf Artikel von 1525

Hier sind die Zwölf Artikel von 1525 aufgelistet.

1. Jede Gemeinschaft hat ein Recht zu Wahl und Absetzung ihres Pfarrers. Der Bischof besetzte im Mittelalter Pfarrstellen. Wen er wählte, hing oft von bestehenden Vernetzungen ab.

2. Der Kleinzehnt solle aufgehoben, der Großzehnt für Geistliche, Arme und Landesverteidigung verwendet werden. Zum ursprünglichen Zehnt war im Mittelalter eine zusätzliche Abgabe an die weltliche Obrigkeit hinzugekommen.

3. Die Leibeigenschaft solle aufgehoben werden. Bauern mussten ihren Herren zusätzliche Dienste und Abgaben leisten. Zudem waren sie von dessen Zustimmung abhängig in den Fragen, wo sich sie aufhalten und wen sie heiraten.

4. Jagd und Fischerei sollen frei sein. Falls Verkäufe vertraglich belegt werden können, sollen einvernehmliche Regelungen zwischen Gemeinde und Rechtsinhabern angestrebt werden.

5. Wälder und Forsten sollen in Gemeindehand zurückgegeben werden. Sollten Verträge bestehen, werden gütliche Vereinbarungen mit den Forstinhabern angestrebt. Nur die Obrigkeit durfte jagen und fischen. Sogar Brenn- und Bauholz durften die Bauern nur eingeschränkt aus den Wäldern beschaffen.

6. Die Frondienste sollen auf ein erträgliches Maß reduziert werden, orientiert an Herkommen und Evangelium.

7. Außervertragliche Frondienste sollen nicht zugelassen sein, es sei denn gegen eine angemessene Vergütung.

8. Die Abgaben der Bauern sollen durch ehrbare Leute neu eingeschätzt werden. Das Maß der Frondienste führte oft zum Streit.

9. Die Strafmaße für schwere Vergehen sollen neu festgesetzt werden, orientiert an älteren Gerichtsordnungen. Viele Strafen waren willkürlich.

10. Ehemalige Gemeindewiesen und -äcker sollen zurückgegeben werden, es sei denn, dass Kaufverträge vorgelegt werden können. Die Obrigkeiten hatten sich zum Leidwesen der Bauern Weiden, Wälder und Fischgewässer angeeignet.

11. Die Zahlung des Todfalls belastet die Erben ungebührlich und wird deswegen zukünftig verweigert. Starb ein Hofinhaber, mussten die Erben eine zusätzliche Abgabe leisten.

12. Alle Forderungen ergeben sich aus dem Wort Gottes. Sollten sie sich durch die Schrift als unberechtigt erweisen, sollen sie hinfällig sein.

Autor:

Frank Eberhard aus Kempten

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