Gefahr
Die Zeit der Zecken: Was man über Krankheiten, Impfungen und Irrtümer wissen sollte

Von März bis Oktober, so sagt man, ist die gefährliche Zeit, wenn es um Zecken geht. Zeckenbisse, oder besser Zeckenstiche sind nicht nur schmerzhaft, sondern können richtig gefährlich werden. Wie also umgehen mit den bissigen Holzböcken?

Wenn Zecken stechen möchten, halten sie sich weder an Monate noch an Landkreisgrenzen. Das einzige, was sie brauchen, sind feuchtwarme Körperstellen und mindestens acht Grad Außentemperatur. So kann es also auch sein, dass im Winter Zeckengefahr besteht, wenn es nur mild genug ist.

Zecken sind vor allem als Krankheitsüberträger gefürchtet. Unter vielen Infektionskrankheiten, die Zecken übertragen, sind die Borreliose und die FSME die bekanntesten und auch gefährlichsten. Entwarnung gibt es auch in diesem Jahr nicht, sagt Dr. med. Alfred Glocker, der Leiter des Gesundheitsamtes Oberallgäu.

Die FSME-Risikogebiete breiten sich nach Angaben des Robert-Koch-Institutes immer weiter in den Süden Bayerns aus. So gehören beispielsweise die Stadt Memmingen, so wie die Landkreise Unter- und Oberallgäu seit 2009 auch dazu. Die Borreliose überträgt sich erst nach Stunden.

Also gilt: Je früher die Zecke entdeckt wird, desto besser. Den besten Schutz gegen Borreliose verspricht das zeitnahe Absuchen des Körpers. Innerhalb weniger Tage bis vier Wochen kann eine sogenannte Wanderröte entstehen, eine Hautrötung um den Zeckenbiss.

Wer eine Wanderröte an sich bemerkt, sollte unverzüglich seinen Arzt aufsuchen, so Dr. Glocker. In aller Regel wird sofort mit einer Antibiotikatherapie begonnen, damit ist die Borreliose sehr gut behandelbar, so Glocker weiter. Unbehandelt können Nerven-, Herz- oder Gelenkserkrankungen auch chronisch werden.

Nicht mit Antibiotika behandelbar, aber dafür im Vorfeld durch Impfung vermieden werden kann die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Die Gesundheitsämter raten daher dringend zur Impfung. Die Zecke überträgt, wenn sie selbst befallen ist, das FSME-Virus direkt beim Stich in die Haut. Auch das sofortige Entfernen der Zecke bietet daher keinen Schutz vor FSME.

Ein Internet-Forum ist kein Arzt

Allerdings ist die Impfung gegen FSME, wie viele andere Impfungen umstritten. In zig Internet-Foren tauschen sich Gegner und Befürworter der FSME-Impfung aus. Von verschiedenen Virenstämmen, die nicht vom aktuellen Impfstoff bekämpft werden, ist da zu lesen, wie über verschiedene Impfschäden, die jemand erlitten hat.

Auch Ärzte geben dort Tipps und Experten schlagen Alarm. Da die Foren im Internet in den seltensten Fällen mit konkreten Quellenangaben oder echten Doktortiteln arbeiten, ist hier Vorsicht geboten. Wer bei Pro und Contra Impfen unsicher ist, sollte sich unbedingt mit seinem Hausarzt oder Kinderarzt in Verbindung setzen.

Wenn eine Zecke zugebissen" hat

Nach Aufenthalten in Wald und Wiese sollte man sich und vor allem seine Kinder nach Zecken untersuchen. Zecken lieben es feucht und warm, daher sollte man Knie- und Achselhöhlen und bei Kindern auch dringend den Kopf inspizieren. Ausgerechnet beim Entfernen von Zecken, halten sich standhaft gefährliche Irrtümer.

So wird beispielsweise noch immer verbreitet, dass eine Zecke im Uhrzeigersinn herausgedreht werden soll. Das ist Quatsch, eine Zecke hat schließlich kein Gewinde an seinem Beißwerkzeug, sagt Dr. Glocker kopfschüttelnd. Eine Zecke muss mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange gerade heraus gezogen werden.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Kopf der Zecke in der Haut verbleibt. Die Zecke mit Klebstoff oder Öl zu ersticken ist ebenso falsch, wie gefährlich. Dr. Glocker: Die Zecke wird zwar sterben, in ihrem Todeskampf aber noch mehr Krankheitserreger übertragen.

Bei Fragen rund um Zecken, Impfungen und Therapien ist der Weg zum Arzt unvermeidlich. Wer sich vorher informieren will, kann das beispielsweise auf der Internetseite des Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit tun.

Alles über Zecken und was damit zusammenhängt gibt es unter Oberallgäu informieren aktuell.

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