Die Zahlen sind nicht schlecht

Allgäu | az | Allenthalben wird in Schwaben von einer Verbesserung der Geschäftslage im Einzelhandel gesprochen - nur im Allgäu (mit Ausnahme Memmingens und des Unterallgäus) sieht´s nach einer IHK-Umfrage angeblich düster aus. In den Landkreisen Lindau, Oberallgäu und Ostallgäu sowie den Städten Kempten und Kaufbeuren geht laut dieser Umfrage (wir berichteten) eine größere Zahl an Händlern davon aus, dass der Umsatz sinkt. Doch auf Nachfrage teilen viele Praktiker vor Ort diese Einschätzung nicht.

Christoph Hermann etwa, Vorsitzender des Werberings Lindenberg (Westallgäu), hält nicht viel von Pauschalisierungen gleich welcher Art. 'Man muss bei solchen Untersuchungen jede Branche gesondert sehen.' Auch im Ostallgäu zeigen sich befragte Geschäftsleute bei weitem nicht so pessimistisch wie es die IHK-Umfrage erwarten ließe. 'Verhalten optimistisch' sieht beispielsweise Wilhelm Schall, Sprecher der Nesselwanger Einzelhändler, die Lage. Eindeutig im Trend der Umfrage dagegen Claudia Spreng von einem Pfrontener Lebensmittelgeschäft: 'Bei uns ist das Geschäft rückläufig.'

'Der Aufschwung findet durchaus auch bei uns statt, ist aber noch nicht ganz unten angekommen,' betont Gerhard Schlichtherle, Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums (IHG) Kaufbeuren/Ostallgäu. 'Der Aufschwung kommt langsam an', sagt Armin Pöppl von Männermode Walz in Kaufbeuren. 'Die Zahlen sind nicht schlecht', betont auch Stefan Krüger, Leiter des Kaufbeurer C&A-Marktes. 'Aber der richtige Schub muss noch kommen.'

Ähnlich sieht das Oliver Kraft, Center-Manager des Forum Allgäu in Kempten: 'Die Umsätze liegen über dem Vorjahr, wir sind zufrieden.' Mit seinen Kollegen in der Einkaufsmetropole des Allgäus hofft er, dass auch im Handel die Konjunktur bald spürbar anzieht. In Memmingen und dem Unterallgäu, wo die Stimmung angeblich so positiv sein soll, wiegeln Einzelhandelssprecher ab. Es sei jetzt zwar etwas besser, man dürfe die Umfrage aber nicht überbewerten. Im Oberallgäu - hier wurden für die Erhebung 'zehn bis 20' Händler befragt - herrschen gemischte Gefühle. Als ein Faktor, dass es in den letzten Monaten nicht bei allen Händlern brummte, wird der Tourismus genannt. Schließlich habe der 'grüne' Winter die Gästezahlen purzeln lassen. Insgesamt aber auch hier: von purem Pessimismus keine Spur.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen