Bevölkerungsentwicklung
Die Zahl der Oberallgäuer sinkt immer weiter

Seit 40 Jahren gibt es bundesweit mehr Sterbefälle als Geburten - was letztlich dazu führt, dass die Bevölkerungszahl sinkt. Lange hat sich das Oberallgäu diesem Trend widersetzt. Doch in den vergangenen Jahren gab es immer mehr Kommunen, in denen die Zahl der Neugeborenen sank und gleichzeitig die Zahl der Sterbefälle stieg. Mit dem Ergebnis, dass der Saldo seit rund zehn Jahren auch in der Region negativ ist. Das können auch die Zuzüge aus anderen Gebieten nicht mehr ausgleichen: Seit 2008 sinkt die Bevölkerungszahl im Landkreis.

Das Allgäu als Idylle, in der die Welt und mithin die Familien in Ordnung sind? Dieses Bild ließ sich bis ins Jahr 2000 durchaus zeichnen. Zumindest zeigte die Statistik bis dahin, ganz gegen den Bundestrend, ein deutliches Bild: Die Bevölkerungszahl stieg stetig. Und das längst nicht nur aufgrund von Zuzügen. Noch im Jahr 2000 standen 1399 Todesfällen 1516 Geburten gegenüber.

Doch in den letzten Jahren ist die Entwicklung deutlich gekippt. Stieg die Bevölkerungszahl im Landkreis durch den Geburtenüberschuss und Zuzüge zwischen 1960 und 2007 von knapp 108000 auf rund 150000, so geht sie seither zurück. Wesentlichen Anteil daran haben die wenigen Geburten: In Immenstadt beispielsweise konnten sich 1960 245 Einheimische über Nachwuchs freuen. Noch 1990 waren es 165. Seither sinkt die Zahl und pendelt sich zwischen 110 und 120 ein.

Relativ konstant bleibt im Vergleich dazu die Zahl der Sterbefälle: 1960 lag sie bei 161, im Jahr 2009 bei 179.

Ähnlich verläuft die Entwicklung auch in kleineren Kommunen: In Wertach beispielsweise sterben jährlich zwischen 20 und 30 Einwohner, das hat sich seit 1960 nicht geändert. Die Zahl der Geburten aber hat sich seither aber auf 18 im Jahr 2009 nahezu halbiert.

Wenige gegen den Trend

Nur noch wenige Gemeinden im Landkreis trotzen dem Trend: Beispielsweise in Sulzberg, Wildpoldsried und Lauben kommen mehr Kinder zur Welt als Einwohner sterben.

So freut sich Sulzbergs Bürgermeister Thomas Hartmann über die landkreisweit höchste Zahl der Kinder pro Frau: Sie liegt in seiner Gemeinde bei statistischen 1,73, während im Oberallgäu nur 1,37 Kinder je Frau geboren werden.

In Wildpoldsried schwankt die Zahl der jährlichen Todesfälle seit 1960 zwischen 14 und 20. Zwar ist im gleichen Zeitraum die Geburtenzahl um rund ein Drittel auf zuletzt 24 zurückgegangen. Dennoch ergibt sich ein Geburtenüberschuss.

In Lauben ist die Zahl der jährlichen Sterbefälle trotz starker Zunahme der Einwohnerzahl nur geringfügig auf zuletzt 20 gestiegen. Und obgleich die Geburtenzahl hier innerhalb eines Jahres von 34 auf 22 im Jahr 2009 gesunken ist, gab es dennoch einen Geburtenüberschuss.

 

Schaukeln und im Sand buddeln macht Spaß. Aber auch alleine? Fest steht: Im Oberallgäu kommen immer weniger Kinder zur Welt. Foto: Sibylle Mettler

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