Oberallgäu / Kempten
«Die Weide ist der Teller unserer Tiere»

Manche kommen mit Liege, Kühlbox und Sonnenschirm, um einen Picknicknachmittag auf der sonnengetränkten Bauernwiese zu verbringen. «Das geht freilich vor allem jetzt, in der Wachstumsphase nicht,» sagt Bäuerin Friederike Rietzler aus Dorns (Kempten). «Von Georgi bis Martini darf man nicht über die Wiesen gehen,» erinnert sie an einen Spruch aus der Schulzeit.

Probleme beim Mähen

Der Georgstag (23. April) und das Martinsfest (11. November) seien ein ungefährer Anhaltspunkt. «Freilich sollten die Spaziergänger und Mountainbiker das Feld auch schon Anfang April genau anschauen, und wenn es wächst, nicht mehr durchlaufen,» sagt Landwirt Georg Rietzler. Umgeknickte Halme würden Probleme beim Mähen machen und zudem nicht sauber nachwachsen. «Außerdem ist die Wiese der Teller unserer Tiere», betont die Bäuerin und fügt an, dass auch Hundehaufen ein Problem seien. «Kühe fressen durch Kot verunreinigtes Gras nicht» und außerdem könnten so Krankheitserreger übertragen werden.

«Auf den Wegen bleiben»

Im idyllischen Dorns an der Gemeindegrenze zu Kempten sind auch viele Radler unterwegs, die manchmal eine Abkürzung über die Wiese suchten. «Die gehen sogar unter dem Zaun durch oder oben drüber,» weiß Elisabeth Koch, Bäuerin aus Altusried. Sie appelliert an alle, auf den Wegen zu bleiben.

Rietzlers halten auch Mutterkühe, die mit ihren Kälbern im Freien weiden. «Sie könnten aggressiv auf Eindringlinge in die Weide reagieren und wer haftet dann, wenn etwas passiert?», stellt die Bäuerin eine Frage in den Raum.

«Wiesen und Weiden sind die Lebensgrundlage der Bauern im Allgäu,» betont auch Carolin Schnitzler vom Bayerischen Bauernverband in Kempten. Außerdem gehörten die Flächen den Bauernfamilien oder seien gepachtet. «Es läuft ja auch niemand durch private Vorgärten in Dörfern und Städten,» bringt sie einen Vergleich und appelliert, jetzt nicht über die Wiesen zu laufen.

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