Marktoberdorf
Die Stadt ins rechte Licht rücken

Marktoberdorf leuchtet - auch nachts. Aber nicht an allen Stellen ist die Innenstadt bisher ins rechte Licht gesetzt. Dies ergab eine Begutachtung von Martin Klingler. Der Österreicher betreibt ein Unternehmen für Lichtplanung und wurde von der Stadt beauftragt, diese Untersuchung durchzuführen. Rund 30 Marktoberdorfer folgten ihm auf Einladung des Projektes «Mitten in Marktoberdorf» am Donnerstagabend bei einer Führung, bei der das Augenmerk ganz und gar auf die Beleuchtungssituation gelegt wurde. Mit manchmal nur wenig Aufwand, so eine erste Erkenntnis, könnten Straßen und Fassaden richtig belichtet auch in der Dunkelheit das Stadtbild attraktiver erscheinen lassen.

Atmosphäre plus Sicherheit

Eines der Ziele sollte sein, so Klingler bei dem Rundgang, die Fassaden jener Häuser zu betonen, die für die Stadt wichtig sind. Zum Beispiel das Stadtmuseum, das derzeit - beleuchtungstechnisch - ein stiefmütterliches Dasein neben dem vorbildlich belichteten benachbarten Elektrohaus Minck führt. Verbesserungsmöglichkeiten sah der Fachmann auch bei der Beleuchtung des Stadtplatzes. Licht kann optische Räume schaffen, erläuterte er. Beim Blick auf die Fußgängerzone von der Ecke Schützenstraße/Salzstraße aus wurde sichtbar, dass diese Chance bislang nicht wahrgenommen wird.

Der Weg führte auch vorbei an einer der düstersten Ecken in der Kernstadt, der Carl-Maria-von-Weber-Straße. Nur eine Straßenlaterne gibt der - zugegebenermaßen kurzen - Straße Licht. «Zu wenig», befand Klingler und verwies darauf, dass die Beleuchtung des öffentlichen Raumes auch dazu dienen sollte, Fußgängern ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Licht sollte Straßen und Plätzen aber auch Atmosphäre verleihen. Etwas besser gemacht werden könnte künftig laut Klinger etwas in der westlichen Georg-Fischer-Straße, die jetzt mehr als Einfall- denn als Geschäftsstraße wirke.

Licht spenden im Stadtzentrum aber nicht nur die verschiedensten Straßenlaternen, sondern auch die beleuchteten Schaufenster. Sind sie zu hell erleuchtet, nehmen sie dem öffentlichen Raum etwas. Sie können aber auch andere Fassaden mit in ein angenehmes Licht tauchen. Hier gelte, so Klinger, ein Zusammenwirken von Stadt und Privat zu erreichen, um eine optimale Lösung zu finden.

Kleines Experiment überzeugt

Bei einem kleinen Experiment wurde deutlich: Kleine Veränderungen können Großes bewirken. Am alten Marktbrunnen stellte Klingler lediglich zwei unscheinbare Strahler auf und richtete sie auf Brunnen und Baum. Sehr plastisch traten sie hervor - obwohl dieses Ensemble zuvor in der Dunkelheit keinem ins Auge gefallen waren.

«Es wurde sehr deutlich heute, dass man auf diesem Gebiet etwas tun muss und mit wenig Mitteln auch tun kann», sagte am Ende Stefan Schmid als einer der Bürger, die den Rundgang mitgemacht hatten. Neben Mitgliedern der Lenkungsgruppe «Mitten in Marktoberdorf», einigen Stadträten und Bürgermeister Werner Himmer waren unter den interessierten Bürgern auch einige Geschäftsleute, die, wie sie sagten, für Anregungen ganz offen seien. In den nächsten drei bis vier Monaten, so Nicole C. Becker als Projektleiterin «Mitten in Marktoberdorf, sollen die ersten Vorschläge des Lichtexperten auch konkret umgesetzt werden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019