Die Stadt als Christkind

Kaufbeuren | avu | Die leuchtenden Augen der Kinder beim Auspacken der Geschenke gehören zum Fest wie der Christbaum und der Stollen. In Kaufbeuren gibt es jedoch viele Familien, in denen es Heiligabend nur wenige oder gar keine Präsente gibt - weil das Geld dafür nicht reicht. Die Stadt möchte heuer deshalb Gutscheine ausgeben, um Kindern bedürftiger Familien trotzdem eine Freude zu bereiten. Das Geld dafür soll aus Stiftungsmitteln und mit Hilfe von Spendern aufgebracht werden.

Hintergrund dieser Initiative ist die Tatsache, dass die sogenannte Weihnachtsbeihilfe in Höhe von 33 Euro pro Kind für diejenigen Familien weggefallen ist, die früher auf Sozialhilfe angewiesen waren. Mit der Einführung der Hartz IV-Gesetzgebung werden nun alle einmaligen Hilfen, so auch der Zuschuss zum Fest, in die Regelsätze eingerechnet. «Die Familie muss sich somit Rücklagen ersparen, um Geschenke für die Kinder aus den laufenden Sozialleistungen zu beschaffen», sagt der städtische Sozialabteilungsleiter Peter Kloos. Dennoch gingen die Kinder häufig leer aus, da viele Familien mit den Sozialleistungen gerade ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Manche hätten Schulden. «Für Weihnachtsgeschenke an die Kinder bleibt da häufig kein Geld übrig», so Kloos.

Damit die Hilfe auch direkt bei den Kindern ankommt, werden zweckgebundene Gutscheine ausgegeben. Das heißt, die Eltern sollen je Kind bis zum vollendeten 14. Lebensjahr einen Gutschein im Wert von mindestens 20 Euro bekommen. Dieser kann in bestimmten Geschäften, etwa für Spielwaren oder Bücher, eingelöst werden. Die Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung in Kaufbeuren, die für Hartz IV-Bezieher zuständig ist, geht von 740 Kindern in der Stadt aus, die dafür in Frage kommen.

Die Grundfinanzierung der Aktion soll mit 2000 Euro aus dem Alfred-Prediger-Unterstützungsfonds (dessen Zweck die «Unterstützung armer Schulkinder der Volks- und Hauptschulen in Neugablonz» ist) sowie mit 8000 Euro aus der Theodor-Erben-Stiftung (zur Unterstützung «armer und bedürftiger Personen in Kaufbeuren») bestritten werden. Diesem Vorgehen stimmte jüngst auch der Verwaltungsausschuss zu.

Allerdings sucht die Stadt nun weitere Spender und Unterstützer: Privatpersonen, Unternehmen, aber auch Geschäfte. «Wir möchten den Mindestbetrag von 20 Euro gerne noch erhöhen», so Kloos, der bereits von der großzügigen Spende eines Unternehmens berichten kann.

Wer für die Aktion Geld spenden oder diese anderweitig unterstützen möchte, kann sich an die städtische Abteilung Arbeit und Soziales wenden: Telefon (08341) 437346.

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