Simmerberg
Die Simmerberger packen kräftig an

In 9500 Stunden kann man bequem eine Weltreise machen, 19000 Folgen «Lindenstraße» kucken, 860-mal mit dem Zug von Röthenbach nach Hamburg fahren - oder ein Feuerwehrhaus ausbauen und sanieren. Letzteres hat die Freiwillige Feuerwehr Simmerberg seit März 2008 gemacht. Ihr 1968 erbautes Heim erstrahlt äußerlich bereits in neuem Glanz, und wenn im kommenden Frühjahr auch der Innenausbau abgeschlossen sein wird, dann werden die Floriansjünger rund 10000 Fronstunden geleistet haben. «Es war mehr Arbeit als wir uns vorgestellt haben», räumt Kommandant Winfried Haberstock ein.

Ausschlaggebend für das Projekt war der Wunsch nach einem neuen Schulungsraum. Der alte war viel zu klein, um alle 45 aktiven Feuerwehrler aufzunehmen. «Wir hatten keine Möglichkeit, mit der kompletten Mannschaft Besprechungen abzuhalten - außer wir sind gesessen wie die Heringe», erinnert sich Haberstock. Der neue Schulungsraum umfasst rund 85 km² und ist damit mehr als doppelt so groß wie der alte. Hinzu kommen Toiletten und eine kleine Küche im ersten Stock des Feuerwehrhauses.

Doch auch sonst haben die Feuerwehrler kräftig angepackt. Die Fahrzeughalle wurde vergrößert, eine neue Heizung eingebaut, die komplette Fassade erneuert und gestrichen, der Schlauchturm saniert. Und zwar so gut wie alles in Eigenleistung. Von der Marktgemeinde Weiler-Simmerberg haben die Feuerwehrler ein Budget von 50000 Euro erhalten.

In etwa die gleiche Summe haben sie selbst beigesteuert - plus eben die eingangs erwähnten Fronstunden.

Das spart der Gemeinde Geld

Auch an anderer Stelle in Simmerberg sind die Bürger fleißig. Rund 50 Personen aus sieben Vereinen (Theaterverein, Schützen, Trachtler, Landjugend, Sportgemeinde, Musikkapelle und Kneippverein) haben sieben Wochen lang Pinsel und Farbeimer in die Hand genommen, um der Turn- und Festhalle im Ortskern einen neuen Anstrich zu verpassen. Den Anstoß dazu hatte die Gemeinde gegeben, die wegen der klammen Haushaltslage seit einigen Jahren verstärkt ihre Vereine mit ins Boot holt, um die von ihnen kostenfrei genutzten gemeindlichen Einrichtungen in Schuss zu halten. «Für uns war es eine Selbstverständlichkeit, dass wir das machen», sagt Adolf Paptistella vom Musikverein, der bereits beim Bau der Halle 1957 mitgeholfen hatte.

Die Vereine haben die Holzverkleidung abgeschliffen, das Mauerwerk saniert und gestrichen. Zusammen kommen die Helfer auf fast 900 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Das Material hat die Gemeinde gestellt, zudem hat ein dort angestellter Maler die fachliche Begleitung übernommen und die besonders schwierigen Stellen gemalt.

«Wir sind stolz darauf», sagt Koordinator Albert Ziegeltrum von der Theatergesellschaft über das Geschaffene. Für ihn ist das von allen Vereinen genutzte Gebäude ein «Haus der Begegnung». Die Renovierung wird am 30. Oktober mit einem Dorf- und Helferfest gefeiert - natürlich in der Turnhalle.

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