Sonthofen
Die schönsten Momente in den Bergen

Vor einem Jahrhundert wurde sie geboren: Anna Maria Stuber, in Sonthofen besser als «Tante Anna» bekannt. Den Beinamen verdankt sie ihren vielen Nichten und Neffen sowie ihrer zuvorkommenden Art, wenn sie in früheren Zeiten im «Konsum» an der Grüntenstraße aushalf. Zum 100. Geburtstag gratulierte auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer mit einer Medaille aus Edelmetall. Er ließ sich durch Bürgermeister Hubert Buhl vertreten, der natürlich auch im Namen aller Bürger gratulierte - ebenso wie Hinangs Stadtrat Josef Zengerle.

Anna Stuber wurde in Sonthofen als drittes von fünf Kindern geboren. Auch wenn der Hausbesitzerin lebhafte Kinder ein Dorn im Auge waren, ließen sich Anna, ihre Geschwister und Freunde nicht davon abhalten, auf der damals wenig befahrenen Straße «Himmel und Hölle» zu spielen. Eingeschult wurde Anna zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Gasthof «Traube», wohin die Schule vorübergehend ausgelagert worden war. Ihre Lieblingsfächer? Das Geburtstagskind überlegt kurz: «Am liebsten habe ich gesungen. Nach siebenjähriger Schulzeit lernte das junge Mädchen das Nähen bei Bürgermeister Blasers Mutter.

Bis noch vor ein paar Jahren, versichern ihre Nichten, habe sie für die Verwandtschaft genäht: Vorhänge, zerrissene Hosen, ausgeleierte Reißverschlüsse - neben den Aufgaben als Hausfrau und Mutter eines Sohnes. Noch heute greift die Jubilarin zur Häkelnadel.

Fast 300 Decken angefertigt

In den vergangenen Jahrzehnten habe sie fast 300 farbenfrohe Decken für die Familie und Kirchenbasare angefertigt, erzählt ihre Schwester. Und bis zum 98. Lebensjahr sammelte sie jeden Herbst Moosbeeren bei Agathazell und kochte Marmeladen. «Tante Anna hat so viel für uns getan», sagen die Nichten. «Jetzt tun wir was für sie.»

Täglich kommt jemand ins Haus, wäscht und kocht für die seit 35 Jahren verwitwete Tante. «Die versorgen mich gut», lächelt die 100-Jährige, die sich am meisten über ein Schnitzel oder Spinat mit Leberkäs freut. Stuber liest immer noch Heimat- und Liebesromane, obwohl «man ja von vornherein weiß, dass sie zusammenkommen». Im Fernsehen schaut sie Bergfilme: Die schönsten Momente in ihrem Leben seien Bergwanderungen mit Ehemann Max gewesen. Noch heute macht sie gern kleine Spaziergänge, am Arm von Nichte oder Neffe. Fürs Wägele, meint sie, sei sie noch zu jung.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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