Lärmschutz
Die ruhige Mittagspause liegt vielen Kemptenern am Herzen

Bundesgesetze regeln, welcher Lärm zu welcher Zeit zumutbar ist. Einige Städte wie Kempten haben zusätzlich eine eigene Lärmschutzverordnung erlassen. Ob dieser Sonderweg weiterhin nötig ist, stellte kürzlich das Rechtsamt zur Diskussion. Speziell an der geschützten Mittagspause von 12.30 bis 14.30 Uhr gebe es Kritik, beispielsweise von Hausmeister-Firmen. Aus den bisher eingegangenen Zusendungen der Leser der Allgäuer Zeitung lässt sich allerdings schließen, dass vielen die Ruhezeiten am Herzen liegen.

Kreszentia Schänzle, 87, aus dem Siedlerweg beispielsweise meint: 'Es wäre schön, wenn die Stadt wenigstens den Lärmschutz von 12.30 bis 13.30 Uhr verordnen könnte.' Dem pflichtet Claudia Holderied aus der Hebelstraße bei: 'Ich bin heilfroh, wenn ich mich auf gewisse Ruhezeiten verlassen kann, obwohl ich noch nicht zum ,alten Eisen' gehöre.'

Eine Ruhepause mittags sei notwendig (möglicherweise etwas kürzer) und abends ab 20 Uhr sollte ebenfalls Ruhe herrschen. Die bundesweiten Gesetze zum Lärmschutz seien nicht ausreichend – 'leider aufgrund der Rücksichtslosigkeit der Nachbarn'.

'Ja, was haben Sie sich denn da wieder ausgedacht mit der Aufhebung der Ruhezeiten?', fragen Sieglinde und Walter Seidel, die in der Liegnitzer Straße wohnen. Obwohl die städtische Verordnung noch bestehe, werde sie oft nicht eingehalten. 'Wir hier in unserem Rentnerviertel können ein Lied davon singen, wie gerne zur Mittagszeit der Rasen einen Schnitt benötigt oder die Hecke getrimmt werden muss.'

Auch die Kreissäge werde rücksichtslos angeschmissen. 'Ich bin unbedingt für die Fortgeltung der Lärmschutzverordnung, da die Gedankenlosigkeit und mangelnde Rücksichtnahme bei vielen Zeitgenossen extrem zugenommen hat.' Dieser Ansicht ist Dr. Wendel Lübbbing.

Als Beispiel führt er die Laubbläser an, die inzwischen in vielen Gärten eingesetzt würden, 'um drei, vier Blätter mit gewaltigem Lärm wegzupusten – mit Besen oder Harke wäre dies geräuschlos möglich'.

Eine andere Position bezieht Alexander Esters, Reichlinstraße: 'Kempten benötigt keine eigene Lärmschutzverordnung. Die bundesweiten Gesetze sind ausreichend.' Letztlich bringe der bisherige Kemptener Weg nur Mehrarbeit, da er mit anderen Verordnungen kollidiere.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020