Comeback
Die Rückkehr der Maskenmänner - Comeback von «Crimson Glory»

Leider nur knapp hundert Fans der harten Klänge wurden im Kaminwerk Zeuge einer sensationellen Wiederauferstehung: Crimson Glory, deren Debüt vor genau 25 Jahren wie eine Bombe eingeschlagen hatte, sind nach mehreren Tiefschlägen zurück.

Schon ihr erstes Album «Crimson Glory» und ihre Auftritte in mystischen Silbermasken hatten damals in der Szene für ein Raunen gesorgt. Zwei Jahre später legten die Floridaner um Gitarrist und Band-Kopf Jon Drenning mit «Transcendence» nach - einer Scheibe, die im Nu Kultstatus erlangte und bis in die heutigen Tage zu den anerkannten Meilensteinen des Genres zählt.

Doch Alkoholprobleme vor allem ihres charismatischen Sängers Midnight bremsten das Quintett immer wieder aus und führten schließlich 1991 zur Auflösung der Band. Ein Comeback-Versuch Ende der Neunziger mit einem anderen Mikro-Schwinger scheiterte kläglich - ein weiterer Neustart wieder mit dem Originalsänger fand 2009 infolge des Tods von Midnight ein jähes Ende.

Auch das Schicksal von Crimson Glory schien damit besiegelt, denn niemand, nicht einmal Drenning selbst, konnte sich vorstellen, einen vollwertigen Ersatz für die verstorbene Frontmann-Ikone zu finden. Bis zum Vorjahr.

Todd La Torre heißt der neue Mann, der - und das verdeutlichten an diesem Abend bereits die ersten Töne der ansonsten in Originalbesetzung auftrumpfenden Amerikaner - die perfekte Reinkarnation von Midnight nicht nur in Habitus und Gestik verkörpert, sondern auch stimmlich bis hinein in die kleinste Phrasierung.

Um die musikalischen Irrungen und Wirrungen der Neunziger endgültig ad acta zu legen, wurden ausschließlich Songs von den beiden genannten Kult-Scheiben dargeboten - und das mit einer Spielfreude, als wolle man nicht nur eine spärliche Hundertschaft zum Toben bringen, sondern ein Stadion mit 100000 Besuchern.

Wer bis dahin noch Zweifel an den Qualitäten La Torres hegte, musste spätestens bei der Zugabe mit Freudentränen kämpfen, als der Sänger mit der berühmten Silbermaske die Bühne betritt und das ergreifend-theatralische A-cappella-Stück «Lost Reflection» anstimmt. Da dürfte jedem Anwesenden bewusst geworden sein, dass Crimson Glory in dieser Form mit diesem Sänger locker in der Lage sind, an frühe Glanzzeiten anzuknüpfen.

Außerdem sehr sympathisch: Ohne Starallüren mischen sich die Musiker gleich nach ihrem überragenden anderthalbstündigen Auftritt unter das Volk, um mit ihren Anhängern auf die grandiose Wiederauferstehung anzustoßen - und auf Geburtstagskind Jon Drenning.

Drei Vorgruppen

Gleich drei Vorgruppen schworen auf diese rockhistorischen Momente ein: Dabei überzeugten die Allgäuer Glam-Rocker Nasty Nuns mit frischem Rock 'n' Roll und das holländische Quintett Cirrah Niva mit eigenwilligem Art Rock, während die norwegischen Prog-Metaller Triospehere zwar mit der singenden Bassistin Ida Haukland über einen exzellenten Blickfang in ihren Reihen verfügen, aber insgesamt ziemlich anstrengend rüber kamen.

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