Scheidegg
Die reiche Klangvielfalt der Orgel

Der französische Komponist und Meister auf der Trompete, Jean-Jacques Metz, präsentierte seine Bearbeitung von Modest Mussorgskis Originalkomposition «Bilder einer Ausstellung» für Trompete, Posaune und Orgel auf der restaurierten Steinmeyer-Orgel der Scheidegger St.-Gallus-Kirche. Dabei stellte er die reichen Klangräume der Orgel in den verschiedensten Registern vor - von samtigen Tönen bis hin zu kristallklaren Glockenklängen. Die Zuhörer waren begeistert.

Die aus dem Jahr 1895 stammende Scheidegger Orgel ist durch eine behutsame Restaurierung in ihren historischen Zustand rückgeführt worden. Die Veranstaltung war Auftakt einer Orgelkonzertreihe.

Jean-Jacques Metz ist Professor für Trompete an den Musikhochschulen Straßburg und Nantes. In Scheidegg gastiert er seit mehreren Jahren. Bei diesem Konzert hatte er zwei junge Musiker an seiner Seite: den Posaunisten Guillaume Millière und den Organisten Louis Noël Bestion de Camboulas.

Als «besonderen Leckerbissen» bezeichnete der Scheidegger Organist Walter Rädler diese Komposition in seinen einführenden Worten.

Die neue Musiksprache Mussorgskis (1839 bis 1881), die Verbindung von Volkslied und naivem Realismus hätten ihre Wirkung auf die westeuropäische Musik nicht verfehlt, so Rädler. Die Klangvielfalt und besondere Harmonik dieser Musik, bestätigte Jean-Jacques Metz, hätten ihn zur Bearbeitung animiert.

In der so entstandenen Komposition bildete die Orgel mal den ostinaten Untergrund für die expressiven Stimmen von Trompete und Posaune, dann wieder zeigte sie sich solistisch in perlenden Läufen, verspielt und kapriolenhaft. Jean-Jacques Metz geht bei seiner Bearbeitung auch eigene Wege, etwa in der musikalischen Gestaltung der «Bilder». Im «Ballett der Küken in ihren Eierschalen» zum Beispiel meint man die Tiere wuseln, picken und scharren zu sehen und zu hören. Filigran und lautmalerisch ist hier die Orgel, zart und fein mischen sich Trompete und Posaune darunter.

Auf diese Weise gelingt Jean-Jacques Metz eine eindrucksvolle Synästhesie, also die Kopplung von zweierlei Sinnes-Wahrnehmungen.

Die Zuhörer konnten mit ihrem Beifall die Künstler zu drei Zugaben bewegen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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