Kempten
«Die Raumnot ist einfach untragbar»

Deutliche Worte wählte der Schülersprecher der Fachoberschule FOS bei der Abschlussfeier: «Einfach untragbar» nannte Dominik Schmid die Raumnot. Daran werde sich nächstes Jahr bereits einiges ändern, versichert Arno Zengerle, Vorsitzender des Beruflichen Schulzweckverbands. Es soll jedenfalls keine «Wanderklassen» mehr geben, die keinen angestammten Raum haben.

Der Platzmangel im Schulzentrum zwischen Kotterner und Wiesstraße ist seit Jahren bekannt. Zwar rechnet das Kultusministerium mit sinkenden Schülerzahlen, doch aktuell platzen FOS und Berufsoberschule BOS aus allen Nähten.

«Wir bekommen das im nächsten Schuljahr in den Griff», betont Arno Zengerle. Vier Räume sollen im benachbarten Berufsbildungs- und Technologiezentrum angemietet werden. Durch Umbaumaßnahmen gewinne man zusätzlich neue Kapazitäten. Dies sei mit Elternbeirat und Schulleitung so abgestimmt. «Mittelfristig müssen wir allerdings nach einer anderen Lösung schauen», meint der Verbandsvorsitzende. Im Blick müsse man dabei allerdings immer das gesamte Schulzentrum haben.

Derzeit laufe eine Untersuchung zu den Prognosen der Schülerzahlen des Kultusministeriums und den tatsächlichen Zahlen in Kempten. Auf dieser Basis müsse für die Zukunft geplant werden. In der Staatsregierung wird davon ausgegangen, dass die Zahlen der FOS/BOS-Schüler sinken. Doch dieser Meinung sind nicht alle Beteiligten.

«Flüchtlinge vom Gymnasium»

«Es wird immer mehr Flüchtlinge des G8 geben, die vom Gymnasium auf die Fachoberschule wechseln», prophezeit Dominik Schmid. Auch viele junge Leute von Real- oder Hauptschule strebten bei der heutigen schlechten Arbeitsmarktsituation weitere Qualifikation an: «Diesen neuen Ansturm sehen wir schon an den Anmelde-Zahlen.»

Im vergangenen Jahr hatten sich an der FOS knapp 300 Schüler in elf Klassen und auf der BOS fast 240 Schüler in neun Klassen eingeschrieben. Heuer werden es voraussichtlich 350 (FOS) und 300 (BOS) in jeweils zwölf Klassen sein. Die Gesamtzahl der Schüler wird von 910 auf rund 1000 steigen. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren es noch 600.

«Da dieses Problem schon längst bekannt ist, wundert es mich, dass noch niemand eine Lösung dafür gefunden hat», merkte der Schülersprecher bei der Abschlussfeier an. Möglich sei, den Rundbau an der Kotterner Straße um ein Stockwerk auszubauen. Damit ließen sich bis zu neun zusätzliche Klassenzimmer schaffen. Bei der Baufirma Häussler, die seinerzeit das bestehende Gebäude errichtet hatte, wurde diese Idee geprüft und für umsetzbar erachtet. Über mögliche Kosten könne man bisher allerdings nichts sagen.

«Wir kennen diese Pläne bisher gar nicht», sagt dazu Arno Zengerle. Fürs kommende Schuljahr seien sie jedenfalls nicht umzusetzen. «Wir werden uns aber Gedanken machen, wie es weitergeht.» Mit der Anmietung von Räumen sei man «noch nicht am Ende der Fahnenstange».

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