Obermaiselstein
Die Raufußhühner im Skiparadies

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So wie sich gestern Nachmittag am Himmel die Gewitterwolken rasch immer bedrohlicher aufbauten, so wurde die Stimmung im Haus des Gastes in Obermaiselstein immer spannungsgeladener. Der Deutsche Alpenverein (DAV) in München hatte zu einem Ortstermin und zu einer Podiumsdiskussion anlässlich der Pläne für einen Skiverbund der Gebiete Grasgehren und Balderschwang über das Riedberger Horn eingeladen.

Rund 100 Interessierte Einheimische aus Obermaiselstein, Balderschwang und anderen Hörnerdörfern verfolgten die Podiumsdiskussion und meldeten sich zu Wort. Mehrere Redner verbaten sich die Einmischung der Projektgegner aus München.

Das Projekt: Durch den Bau zweier neuer Sesselbahnen am Riedberger Horn sollen die Skigebiete Grasgehren und Balderschwang miteinander verbunden werden. Der höchste Punkt des neuen Skiverbunds würde voraussichtlich etwa 80 bis 100 Meter unterhalb des Gipfels liegen.

Die Befürworter: Eine «große «Attraktivitätssteigerung» des Wintertourismus verspricht sich Bernhard Huber von dem Projekt, Geschäftsführer der Grasgehren-Lifte. Kleinere Skigebiete wie Grasgehren oder Balderschwang seien langfristig nur durch einen Verbund überlebensfähig.

Wenn nichts getan werde, würden noch mehr Gäste abwandern - nach Vorarlberg beispielsweise, wo Mellau und Damüls gerade einen Zusammenschluss vollzogen haben. «Durch den Liftverbund werden neue Arbeitsplätze geschaffen», argumentierte der Obermaiselsteiner Bürgermeister Peter Stehle.

Jegliche Einmischung aus München verbat sich Toni Vogler, Altbürgermeister von Fischen: «Unterlassern Sie es in Zukunft, so «gegen uns im Allgäu vorzugehen», sagte er und erntete dafür tosenden Beifall.

Die Gegner: Alpenverein, Landesbund für Vogelschutz und Bund Naturschutz lehnen die Pläne ab. Ihr Hauptargument: das Riedberger Horn sei ein hochwertiger Lebensraum für Rauhfußhühner, so Alpenvereins-Umweltexperte Manfred Scheuermann. Er und sein Kollege Manfred Berger empfahlen den Allgäuer Orten, mehr auf einen sanften Wintertourismus zu setzen.

Dazu gehörten beispielsweise geführte Skitouren oder Schneeschuhwanderungen. «Wir wollen nicht als Verhinderer auftreten, sondern auch Alternativen aufzeigen», so Scheuermann. Bei der Entwicklung entsprechender Konzepte sagte er den Hörnerdörfern die Unterstützung des Alpenvereins zu.

Der Wildbiologe: Albin Zeitler bewertet den Berg als «zentralen Platz» für Rauhfußhühner: «Beste Bedingungen gibt es dort.»

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