Allgäu
Die Puppen tanzen «Schwanensee»

Mit «Schwanensee» erfüllt sich der gelernte Balletttänzer Bernhard Leismüller einen Traum. Schon vor 15 Jahren hat er die ersten Figuren für eine Ballettaufführung gemacht. Doch gelang es ihm noch nicht, Puppen zu bauen, die tanzen können wie die Weltstars. Nach zehn Jahren Erfahrung mit der Lindauer Marionettenoper, in denen Leismüller fast 800 Puppen konstruiert hat, traut er sich und seinem Ensemble zum Jubiläum im Juli die Sensation zu.

Trotz intensiver Recherchen hat Leismüller bisher niemanden gefunden, der sich irgendwo auf der Welt schon mal getraut hätte, Marionetten das weltbekannte Ballett nach der Musik von Tschaikowski tanzen zu lassen. Was diese Aufführung so viel schwieriger macht: Zuerst musste Leismüller die passende Musik finden. Da war bei der einen Aufnahme aber eine Szene so schnell, dass sie mit Puppen nie zu spielen wäre. Bei der anderen war eine Stelle wiederum so langsam, dass es dem Publikum möglicherweise langweilig würde. So hat er drei Aufnahmen zusammengeschnitten.

Puppenbau dauert zwei Jahre

Zwei Jahre befasste er sich mit dem Bau der Puppen. Dabei stieß er auf Schwierigkeiten mit dem Bewegungsablauf der Figuren. Dafür konnte er für sein Ballett Körper schaffen, die ein richtiger Ballettregisseur nicht immer zur Verfügung hat. So lange Hälse wie beim Tanz gewünscht, gibt es in der Natur eher selten.

Für «Schwanensee» müssen die Bewegungen flüssig sein, was nicht einfach ist, wenn man bedenkt, dass die Tänzer an zwei Meter langen Fäden hängen und die Spieler nur von oben sehen, was für die Zuschauer von vorne spektakulär wirken soll. Am liebsten ist es Leismüller, wenn das Publikum vor Begeisterung fast vergisst, dass es Puppen sind, die auf der Bühne verzaubern.

Da jedes Stück der Marionettenoper doppelt besetzt ist, übt Leismüller von jetzt an 60- bis 70-mal mit seinen jeweils fünf Mitspielern. Sein 14-köpfiges Ensemble erwähnt er mit viel Lob - auch wenn manch einer sich erst erklären lassen muss, was eine Arabeske ist.

Zwei Profis an den Fäden

Um ihren Raum im Stadttheater werden Leismüller und sein Regisseur und Organisator Ralf Hechelmann von vielen Marionettenkollegen beneidet. Einziger Minuspunkt sei die Anzahl von höchstens 99 Sitzplätzen, weil das die Wirtschaftlichkeit beschneide. So wird es wohl ein Traum bleiben, dass ein ganzes Ensemble von der Lindauer Marionettenoper leben kann. Drei Profis und drei Halbprofis gibt es heute, die anderen ziehen nebenberuflich an den Fäden der Puppen.

Der Vorverkauf für die Premiere am 16. Juli beginnt erst zwei Wochen vorher, aber für weitere Vorstellungen des «Schwanensee» und der anderen Inszenierungen der Lindauer Marionettenoper gibt es ab sofort Karten an der Theaterkasse, Telefon (0 83 82) 94 46 50.

Informationen im Internet:

www.marionettenoper.de

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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