Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Simmerberg
Die neue Grippe beschert einen Verkaufsschlager

Wie so oft sind es die Zufälle im Leben: Bereits vor einem Jahr entwickelte die in Simmerberg ansässige Alwag GmbH ein Handwaschgel. Zielgruppe sollten vor allem Urlauber sein, die sich im Ausland bei zweifelhaften hygienischen Umständen vor Infektionen schützen wollen. Die Schweinegrippe und die dadurch erwachsene Sensibilisierung bescherte dem Unternehmen jetzt einen neuen Verkaufsschlager: Den «Alpengold Hand-Reiniger».

Auf seinen Reisen in die USA und nach Südafrika hatte Firmengründer Gerhard Ströck entsprechende Produkte gesehen. Dort sind sie aus dem Alltag nicht wegzudenken. Ströck sah darin eine Ergänzung der Palette der Alwag GmbH, die er 1985 in Weiler gegründet hatte.

Zu Beginn konzentrierte sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Herstellung von Arnika-Produkten und baute die Palette immer weiter aus. So zählt heute das Teufelskrallen-Gel zu den Verkaufsschlagern. Die Idee für dieses Produkt brachte Ströck aus Südafrika ins Allgäu.

Über mehr als 150 Rezepturen für Körperpflegemittel verfügt die Firma inzwischen. Und auf dem Markt ist die Alwag GmbH derzeit mit rund 100 verschiedenen Cremes, Lotionen, Gels, Shampoos, Bäderzusätzen und Einreibmitteln vertreten.

Ab 1981 war die Firma in der ehemaligen Lehrsennerei untergebracht, Ende 2002 erfolgte dann der Umzug in das jetzige Firmengebäude nahe der Alpenstraße in Simmerberg. «Doch haben wir schon jetzt wieder zu wenig Platz», stellt Ströck fest. So ist ein Anbau in der Planung, der insbesondere der Produktion größere Räumlichkeiten bringen soll.

16 Mitarbeiter beschäftigt Alwag in Simmerberg, zusätzlich einige Aushilfskräfte. Erst in diesem Jahr konnte das Unternehmen drei neue Arbeitsplätze schaffen. «In den ersten Jahren kamen Kunden auf Werbefahrten per Bus zu uns», erinnert sich Ströck. Das machte die Produkte bundesweit bekannt und schon bald trafen Bestellungen aus ganz Deutschland ein. Auch heute noch kommen viele Urlauber in den inzwischen ebenfalls nach Simmerberg umgezogenen Fabrikverkauf.

Verkauft werden die Produkte aus dem Allgäu nicht nur bundesweit, sondern auch in Frankreich, Kroatien und Slowenien. «In Polen sind wir in jeder Apotheke vertreten», weiß Gerhard Ströck.

Ein Schwerpunkt des Unternehmens ist inzwischen allerdings die Lohnfertigung für andere Firmen. Rund 80 Prozent des jährlichen Zwei-Millionen-Umsatzes macht Alwag mit dieser Fertigung. Für die Entwicklung neuer Produkte sind eine Chemikerin mit zwei Assistenten beschäftigt.

Zur Firmenphilosophie gehört, dass das Unternehmen noch nie Schulden hatte.

«Alles gehört der Firma, wir kaufen nur, was wir auch bezahlen können», erläutert Ströck, der sich mit seinen 77 Jahren zwar aus der Geschäftsführung zurückgezogen hat, aber aktuelle Ideen noch immer in die Firma einbringt.

Wie vor einem Jahr jene, ein Handwaschgel zu entwickeln. Die Vorgaben an das Produkt waren klar: Es sollte ohne zusätzliches Wasser und Seife zu einer Reinigung der Hände führen, Bakterien abtöten und damit vor Infektionen schützen, aber nicht klebrig sein. Das gelang nach zahlreichen Versuchen. Marktreif war das Produkt damit aber noch nicht. Denn wie stets standen auch hier am Ende zahlreiche Prüfungen, denn diverse EU-Vorgaben sind zu berücksichtigen. All dies hat Alwag hinter sich und damit nun zur richtigen Zeit ein Produkt, das eine Marktlücke hierzulande füllt.

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