Die Natur mit allen Sinnen erleben

Von Eva Büchele Lindenberg Emsig suchen die Kinder der 'Fröschegruppe' aus dem Kindergarten St. Georg und Wendelin den Waldboden ab. 'Ich hab' eine Feder gefunden', ruft ein Mädchen begeistert, ein Junge bringt derweil stolz ein Stück Baumrinde an. Die Kinder spielen gerade Wald-Memory. Dazu hat ihnen die Buchloer Försterin Sonja Scheurer einige Materialien aus der Natur gezeigt: Fichtenzapfen, Äste, Moos und vieles mehr. Diese mussten sich die Kinder merken und nun zwischen den Bäumen suchen. Derzeit läuft im Lindenberger Kindergarten wieder das Projekt 'Waldtage'. 'Einmal pro Woche geht jede Gruppe raus in die Natur', erklärt Erzieherin Monika Tiefenthaler, 'und das möglichst bei jeden Wetter.' Beim ersten Mal begleitet sie die Försterin. 'Ein solches Projekt stärkt das natürliche Verhältnis der Kinder zur Natur', so Scheuerer. Dabei sollen die Kinder Unsicherheiten und Berührungsängste abbauen. Denn: 'Oft sorgen sich schon die Kleinen darum, dass sie sich draußen zum Beispiel schmutzig machen könnten', stellt die Försterin fest.

Jetzt lassen sich die Kinder im 'Adlerhorst' nieder, einem riesigen Nest, das aus Ästen gebaut ist. Gebannt hängen sie an den Lippen der Försterin, die von Füchsen, Mardern, Eichhörnchen und Rehen erzählt. 'Im Wald gibt es überall Tiere. Wenn ihr ganz leise seid und gut aufpasst, könnt ihr sie hören', erklärt sie und die Kinder lauschen angestrengt dem Vogelgezwitscher. Dann geht es tiefer in den Wald hinein. Die 'Fröschegruppe' klettert über Wurzeln und Äste - der Waldboden knistert geheimnisvoll. 'Das Laufen auf unebenen Untergrund ist auch gut für die Motorik und das Gleichgewicht', erklärt Tiefenthaler.

In einer kleinen Lichtung stehen viele junge Nadelbäume. 'Wir sind hier in einem Fichtenwald', sagt die Försterin. Nun soll sich jedes Kind einen Baum suchen, der so alt ist, wie es selbst. Viele verschätzen sich und sind erstaunt: 'Obwohl das Bäumchen schon älter ist als ich, bin ich doch schon größer', stellen sie fest.

Begeisterung für Natur wecken

An der nächsten Station geht es darum, was in den Wald gehört und was nicht. Dazu hat die Försterin einige Gegenstände zwischen den Bäumen versteckt: Die Kinder tragen Flaschen, Papierschnipsel und Orangen zusammen. Einige bilden aufgeregt einen Kreis um etwas Pelziges, das durch die Äste schimmert. 'Wer schaut sich das mal genauer an', fragt Kindergärtnerin Simone Hornich. Die Kinder zögern - ein besonders mutiges Mädchen beugt sich herunter und greift nach dem Fell. 'Das ist ein Marderfell', erklärt Scheuerer. Jetzt möchte auf einmal doch jedes Kind über das kuschelige Fell streicheln. Weniger weich fühlen sich die Fichtennadeln an. Die Kinder lernen, Fichten- von Tannennadeln zu unterscheiden. 'Es geht darum, mit allen Sinnen zu erleben', erklärt Hornich. So soll Begeisterung für die Natur und den Wald geweckt werden. 'Wenn uns etwas wichtig ist, sind wir eher dazu bereit, es zu schützen', betont die Erzieherin.

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