Die Menschen sind inzwischen anspruchsvoll und unersättlich geworden

Honsolgen/Buchloe | sei | Nach guter Tradition feierten die Christen gestern das Erntedankfest. Auch in der Pfarrkirche St. Alban in Honsolgen schmückten zahlreiche Früchte den Altarraum.

'Dankbarkeit ist heute selten und die Menschen sind inzwischen anspruchsvoll und unersättlich geworden. Sie können sich nicht mehr freuen' - mit diesen Feststellungen des Benediktinerpaters Anselm Grün unterzog Stadtpfarrer Reinhold Lappat das Erntedankfest einer sehr kritischen Betrachtung.

Ein Landvolkmitglied habe Erntedank sogar als 'nette, romantische Folklore' bezeichnet, sagte Pfarrer Lappat.

Angesichts des 'Skandales von Hunger' auf der einen und des Überflusses auf der anderen Seite solle man zurückdenken an vergangene Generationen, die noch für eine gute Ernte gedankt hatten.

Ein 'ganz ehrliches Fest'

Ehrlicher Erntedank sei eine Rückfrage an uns selbst - wie wir umgehen mit den 'Früchten des Lebens'. Erntedank sei darüber hinaus ein 'ganz ehrliches Fest'. Es stoße an, im Herzen neu nachzudenken und dankbar zu werden.

Der Honsolgener Gottesdienst wurde von den Kindern der Gemeinde festlich mitgestaltet. Anschaulich stellten sie das Werden des Korns, von der Aussaat bis zur Ernte dar.

Ein ungewohntes Bild bot dagegen gestern der Gottesdienst in der evangelischen Hoffnungskirche. Viele Kirchenbesucher hatten ihre Haustiere mitgebracht - etwa den Wellensittich, das Meerschweinchen, den Hasen und natürlich den Hund.

Und trotzdem hielt sich die tierische Geräuschkulisse in Grenzen. Denn mit entsprechenden 'Scht! Scht!' oder 'Still!'-Aufforderungen brachten die Besitzer ihre Tiere rechtzeitig zur Räson.

'Hat Jesus einen Hund gehabt?'

'Hat Jesus einen Hund gehabt?', wurde Pfarrerin Ute Neubauer einmal von einem Kind gefragt, berichtete sie: 'Es war eine schwierige Frage.' Darauf sei ihr nur ein Esel oder etwa die Geschichte vom verlorenen Schaf eingefallen.

Die Pfarrerin erinnerte in ihrer Ansprache an die Massentierhaltung und das Aussterben von Arten. Dies alles stimme heutzutage traurig. Der Blick in die Bibel zeige jedoch ein anderes Bild. Er verrate, wie Gott über die Natur und die Schöpfung denke.

Die Kirche, ein 'tierischer Ort'

Und wenn man sich in der Kirche umsehe, sei sie ohnehin ein 'tierischer Ort' - mit der Taube als Symbol für den Frieden.

Pfarrerin Neubauer und Pfarrer Halder aus Landsberg baten anschließend um den Segen Gottes 'für unsere Mitgeschöpfe'.

Einzeln wurden die Tiere von ihren Besitzern anschließend mit zum Altar genommen und erhielten während der Segnung schon mal ein paar Streicheleinheiten von den beiden Pfarrern.

Die Idee zur Tiersegnung stammt von Mitarbeitern des Tierheims in Beckstetten, das bei dem Gottesdienst in Buchloe durch Nicole Schmidt vertreten war.

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